Kartoffelernte

Preise rauf – Qualität runter

Die Pommes werden womöglich kürzer. Folgen des schlechten Wetters.
IMAGO / Addictive Stock
Die Pommes werden womöglich kürzer. Folgen des schlechten Wetters.

Herbstzeit ist Kartoffelzeit: Derzeit läuft in vielen Regionen die Ernte. Die Menge fällt wetterbedingt geringer aus als in den Vorjahren. Mit Folgen für die Einkaufspreise.

Das Bundesagrarministerium rechnet in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Ernte. Insgesamt sei mit einer Erntemenge von rund 10,6 Millionen Tonnen zu rechnen. Das wären 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr und 0,4 Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020.

Experten rechnen mit einer gesunkenen Kartoffelernte in diesem Jahr – auf die Verbraucher kommen damit leicht steigende Preise zu. Statt 12 bis 13 Euro pro 100 Kilogramm wie vor einem Jahr werde der Preis nun möglicherweise auf 14 bis 15 Euro steigen, sagte Christof Hambloch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Bonn. Kartoffelland Nummer 1 ist Niedersachsen, noch vor Bayern und Nordrhein-Westfalen. Fast die Hälfte der Gesamt-Anbaufläche von 259.300 Hektar befinden sich zwischen Ems und Elbe.

Ein Grund für das geringere Ergebnis sind dem Ministerium zufolge die Wetterbedingungen mit einem außergewöhnlich kalten Frühjahr und einem vielerorts wechselhaften und nassen Sommer. Erst seit Anfang September kam die Ernte in Fahrt. Zudem geht die Anbaufläche zurück. Laut Ministerium wurden 5,2 Prozent weniger Fläche mit Kartoffeln bestellt als 2020.

"Schlecht sind die Erträge nicht, aber wir haben Qualitätsprobleme", sagte Hambloch. In vielen Fällen seien die Kartoffeln nicht dick genug geworden und hätten einen Hohlraum im Inneren gebildet. Die Folge: Beim Schneiden in Stäbchen brechen sie in zwei Hälften.

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