Kofler & Kompanie

5 Fragen zur Insolvenz an KP Kofler

Im Rahmen der Restrukturierung haben KP Kofler und sein Team einige Innovations- und Profilierung-Ansätze parat: von neuen Food-Offerten, die pflanzenbasiert daher kommen über höherwertige Gastro-Einrichtungen und Locations bis hin zum Ausbau des Airport-Business'.
Georg Roske
Im Rahmen der Restrukturierung haben KP Kofler und sein Team einige Innovations- und Profilierung-Ansätze parat: von neuen Food-Offerten, die pflanzenbasiert daher kommen über höherwertige Gastro-Einrichtungen und Locations bis hin zum Ausbau des Airport-Business'.

Die Kofler & Kompanie GmbH arbeitet im Ländermarkt Deutschland mit Unterstützung von Sanierungsprofis an Wegen und Maßnahmen, um die Insolvenz binnen sechs Monaten abzuwenden, FOOD SERVICE berichtete. Dabei will Klaus-Peter Kofler gemeinsam mit Managing Director Konstantina Dagianta den Restrukturierungsprozess des Gastronomie- und Cateringgeschäftes hierzulande leiten, den der Anbieter von Premium-Catering-Dienstleistungen in Eigenregie umsetzen will. Gegenüber FOOD SERVICE äußerte sich Hans-Peter Kofler zu Ursachen und Auswegen aus der Krise.

FOOD SERVICE: Herr Kofler, warum gestaltet sich der Ländermarkt Deutschland schwieriger als die anderen Ländermärkte? Wo liegen die größten Herausforderungen?

KP Kofler:
In anderen Ländermärkten sind wir weniger in volatiles Eventcatering involviert und haben dort viel mehr feste Verträge mit Stadien, für große Sportevents und gastronomische Aktivitäten wie mit dem White Rabbit Fund. Darüber hinaus herrscht in Deutschland momentan ein extrem hoher Wettbewerbs- und durch Überkapazitäten geprägter Margendruck.

Für die Neuausrichtung haben Sie sich ein Zeitlimit von sechs Monaten gesetzt. Was sind die nächsten Schritte, um schnellstmöglich die Neu-Positionierung zu erreichen? Ist ein Mitarbeiterabbau nötig?

Der erste Schritt für uns ist, das Restrukturierungsverfahren zügig hinter uns zu lassen. Wir nutzen dabei die vom Gesetzgeber generierten Sanierungsinstrumente wie die Möglichkeit Dauerschuldverhältnisse zu beenden, unvorteilhafte Verträge vereinfacht beenden zu können sowie das Insolvenzgeld.
Darüber hinaus werden wir in nächster Zeit Prozesse optimieren und straffen. Ein Mitarbeiterabbau ist nach derzeitigem Stand darüber hinaus nicht geplant, stattdessen werden wir Mitarbeiter auf Auslandsprojekte verlagern und dort einsetzen.

Die Bereiche Premium-Event-Catering, Locations und das Airport-Lounge-Business gelten für die Neuausrichtung als profitable Zukunftsmärkte. Wie wollen Sie sich dort vom Wettbewerb abheben und profilieren?

Im Rahmen der Neustrukturierung werden wir uns mit folgender Strategie aufstellen: Wir setzen auf Innovationen im Bereich Food, beispielsweise auf plant-based Meat-Alternativen und fermentierte Drinks. Ein weiterer wichtiger Punkt wird sein, auf die verstärkte Nachfrage nach qualitativ höherwertigen gastronomischen Einrichtungen und nach einer breiteren Auswahl an Produkten in Stadien einzugehen. Wir wollen uns auf bewährte Konzepte konzentrieren, mit denen wir im Ausland auch schon erfolgreich unterwegs sind.

Vor allem in der Automobilindustrie, eine zahlungskräftige Branche, sind Aufträge weggefallen. Gibt es Pläne, wie Kofler diese Lücke schließen will?

Der Wegfall der Aufträge hängt stark mit der Gesamtsituation der Automobilbranche zusammen und nicht zwangsläufig mit dem Wettbewerb. In Deutschland ist in der derzeitigen Marktsituation in dieser Branche ein Umsatzrückgang unserer Ansicht nach lediglich mit extremen Eingeständnissen beim Preis zu kompensieren. In Asien dagegen sind wir sehr erfolgreich für deutsche Premiumautomobilhersteller unterwegs und profitieren davon auch.

Auch in den Segmenten Locations und Airport-Lounges soll das Geschäft forciert werden. Können Sie dies konkretisieren? Und an welchen Airports sehen Sie das größte Potenzial?

Bei den Locations setzen wir auf einen Mix aus eigenen Locations wie dem Palais Frankfurt, ausgewählten Exklusiv-Locations wie dem Curio-Haus in Hamburg oder der X-Post in Köln und Preferred-Partner-Venues. Im Bereich Airport-Locations haben wir gerade den gastronomischen Betrieb der Emirates Lounge in Hamburg übernommen. Wir sind mit Airports wie Heathrow, Gatwick und Haneda im Gespräch. Insgeamt gilt: Wir werden die Verfahrenszeit dafür nutzen, auch die bisher gesetzten Ziele zu überprüfen und die notwendigen Anpassungen vorzunehmen.

Herr Kofler, wir danken für das Gespräch und drücken die Daumen!



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