Kreis Plön

Bio-Essen an Schule gescheitert


Das Bio-Essen allein lockte nicht mehr Schüler in die Mensa.
Thomas Fedra
Das Bio-Essen allein lockte nicht mehr Schüler in die Mensa.

Mit viel Elan hat der Kreis Plön im vergangenen Jahr ein Bio-Projekt am Hoffmann-von-Fallersleben-Schulzentrum in Lütjenburg angeschoben, um die sinkenden Essenszahlen wieder nach oben zu bewegen. Ohne Erfolg. Von rund 950 Schülern gingen zuletzt teils nur sieben Esser in die Mensa, berichten die Kieler Nachrichten. Nun wird das Projekt eingestellt.

Den Steuerzahler hat dies rund 18.000 Euro gekostet, denn genau mit diesem Betrag hat der Kreis Plön das Projekt bezuschusst. Täglich wurden zwei Essen mit einem Bio-Anteil von bis zu 60 Prozent angeboten – eines mit Fleisch und ein vegetarisches. Man sei mit seinem Latein am Ende, äußert sich der Schulleiter des zum Schulzentrum gehörigen Gymnasiums, Frank Seidel, gegenüber den Kieler Nachrichten. In Absprache mit dem Caterer Claus Blöcker hatte es sogar Bio-Testessen an der Schule gegeben – mit positiver Resonanz. Doch der Einsatz regionaler Bio-Produkte reichte nicht aus, um mehr Schüler in die Mensa zu locken. Im Gegenteil, die Schülerzahl ging weiter nach unten.


Das Essen mit einem hohen Anteil an regionalen Bio-Produkten wurde in der rund 25 Kilometer entfernten Plöner Kreiskantine produziert und täglich warm angeliefert. Der Pächter der dortigen Kantine, Dirk Döffinger, arbeitete als Unterauftragnehmer für den eigentlichen Caterer Claus Blöcker. Döffinger hat eigens für das Projekt regionale Bio-Lieferanten mit an Bord genommen, wie er gegenüber FOOD SERVICE berichtet. Die Bio-Lebensmittel hätten im Einkauf teils mehr als das Doppelte gekostet wie beispielsweise Kartoffeln und Tiefkühlgemüse.

Schüler zahlen für Bio-Essen nicht mehr

Der Abgabepreis in der Schule ist indes im Vergleich zu vorher gleich geblieben. Die Schüler zahlten für das hochwertige Bio-Essen 2,90 Euro, die Gesamtkosten lagen hingegen bei 5,50 Euro pro Mahlzeit. Die Differenz hätte der Kreis bezahlt, sagt der gelernte Koch. Warum das Projekt scheiterte? Am Mensa-Essen, sind sich alle Beteiligten einig, hätte es nicht gelegen. Eher am Konkurrenzangebot, mutmaßen die Verantwortlichen. Der Asiate um die Ecke sei eben attraktiver für die Teens. Zudem würden viele Familien abends gemeinsam essen. Kreiskantinen-Pächter Dirk Döffinger sieht noch weitere Gründe für das Scheitern des Projektes. "2,90 Euro für ein Essen sei vielen Eltern immer noch zu teuer", sagt er. Zudem sei an ihn herangetragen worden, dass häufiger Stunden ausgefallen seien, die Schüler früher nach Hause gehen konnten.

Das Schulzentrum will indes das Mittagsangebot aufrechterhalten. Angedacht ist, ab Jahresende wieder frisch in der Mensa des Schulzentrums zu kochen – dann ohne regionale Bio-Lebensmittel. Allerdings reiche dafür noch nicht die Ausstattung.

Einmal mehr wird deutlich, dass durch den alleinigen Einsatz von Bio-Produkten nicht mehr Schüler in die Mensa wandern. Es bedarf weit mehr Maßnahmen, um besonders auch die älteren Schüler in die Mensa zu locken.



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