Leaders Club

"Wir nehmen die Politik beim Wort!"

Patrick Rüther (li.) und Michael Kuriat begrüßen unbürokratische Entschädigungen.
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Patrick Rüther (li.) und Michael Kuriat begrüßen unbürokratische Entschädigungen.

Das Gastronomen-Netzwerk Leaders Club akzeptiert den Lockdown als notwendige Maßnahme im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus, betont aber die Dringlichkeit der angekündigten Entschädigungszahlungen an die betroffenen Unternehmen. Für die Zeit danach erwarte die Gastronomie von der Politik "endlich tragfähige Konzepte", um einen dritten Lockdown zu verhindern.

"Der erneute Lockdown trifft uns katastrophal", kommentiert Patrick Rüther, Vorstandsvorsitzender des Leaders Club Deutschland, den Beschluss der Bundesregierung und der Länder, die Gastronomie von Montag an bis Ende November komplett zu schließen. "Wir haben in den vergangenen Monaten alles getan und hohe Summen investiert, um unsere Betriebe im Sinne des Infektionsschutzes sicher zu machen. Auch wir wollen, dass die Schulen und Kitas trotz steigender Corona-Zahlen geöffnet bleiben." 

„Wir haben in den vergangenen Monaten alles getan und hohe Summen investiert.“
Patrick Rüther

Wenn die Schließung aller Restaurants, Kneipen und Bars tatsächlich zu diesem Ziel beiträgt, müssten jetzt zügig und unbürokratisch ausreichende finanzielle Entschädigungen fließen, andernfalls könnten viele Betriebe nicht überleben. Der Leaders Club begrüßt ausdrücklich die Ankündigung der Bundesregierung, vom Lockdown betroffenen Unternehmen mit bis zu 75 Prozent ihrer Umsätze vom November 2019 – abzüglich Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen – unter die Arme zu greifen. "Wir halten diese Lösung, die endlich auch den Unternehmerlohn einschließt, für besser als diverse Sperrstunden und Einschränkungen. In den vergangenen Tagen trauten sich angesichts steigender Infektionszahlen ohnehin immer weniger Gäste in die Restaurants", sagt Leaders Club-Präsident Michael Kuriat und ergänzt: "Wir sind froh, dass endlich auch den mittleren und großen Unternehmen geholfen wird. Denn sie sind ein wichtiger Teil der Gastronomie-Szene." 
„Wir wollen Teil der Lösung sein und die kommenden vier Wochen nutzen.“
Michael Kuriat
 
Der Leaders Club fordert deshalb von der Politik eine differenzierte Herangehensweise nach dem Lockdown: "Unsere Branche ist derartig vielfältig und stellt sich auf die unterschiedlichste Art auf die Corona Bedingungen ein", erläutert Rüther.

"Pauschale Schließungen und Verbote werden dieser Vielfalt nicht gerecht." 
Es gehe darum, den Betrieben die Öffnung unter klar definierten Bedingungen zu ermöglichen. "Gleichzeitig sollten diejenigen, die aufgrund ihres Konzepts diese Anforderungen nicht erfüllen können, für die gesamte Dauer der Schließung angemessen entschädigt werden. Wir wollen Teil der Lösung sein und die kommenden vier Wochen nutzen, um gemeinsam mit dem Umweltbundesamt, Instituten und führenden Gastronomen wirksame Instrumentarien zu entwickeln, damit wir nach dem vorübergehenden Lockdown wieder zumindest einigermaßen regulär arbeiten können", kündigt Kuriat an.

"Dementsprechend erwarten wir von der Politik, dass sie eine langfristige Strategie ausarbeitet, mit der die Gastronomie im Corona-Winter nicht weiter unter Druck gerät und ein dritter Lockdown der gesamten Branche verhindert wird."
Leaders Club

Der Leaders Club ist ein Netzwerk aus Gastronomen, Beratern und Produzenten mit mehr als 320 Mitgliedern aus 160 Unternehmen der Branche. Es wird getragen vom ehrenamtlichen Engagement seiner vielfältigen Charaktere, ihrer freundschaftlichen Verbundenheit und dem vertrauensvollen sowie offenen Kompetenz- und Erfahrungsaustausch. Das Ziel des 2001 gegründeten Clubs ist es, als Impulsgeber und Sprachrohr der Branche die wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Bedeutung der Gastronomie in Deutschland zu stärken und dafür ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schaffen. www.leadersclub.de

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