Nestlé Studie Teil 2

Zuhause bleibt die Küche kalt


Wir wollen gesünder essen.
Nestle Deutschland AG
Wir wollen gesünder essen.

Für 65 Prozent der Menschen in Deutschland spielt Ernährung eine große oder sehr große Rolle. Damit hat das Thema sogar leicht an Bedeutung gewonnen. 2009 waren es 63 Prozent. Diese und viele weitere Erkenntnisse stammen aus der Nestlé Studie "So is(st) Deutschland 2019“.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach wurden insgesamt 1.636 Bundesbürger zwischen 14 und 84 Jahren befragt. So entstand ein repräsentatives Bild der Ernährungspräferenzen in Deutschland. In der Gesamtbevölkerung steigt der Anteil derer, die finden, dass generell "zu viel Wirbel“ um Ernährung gemacht wird, von 48 auf 52 Prozent. Bei den sozial schwächeren Schichten erhöhte sich dieser Wert in den vergangenen zehn Jahren überproportional stark von 54 auf 66 Prozent.

Essen außer Haus ist beliebt

Dabei geht es nicht einfach nur um das Essen an sich. Im Fokus steht Geselligkeit: Jeder Zweite geht gerne ins Restaurant, weil es eine gute Möglichkeit ist, sich mit anderen zu treffen. 42 Prozent wollen sich gut und entspannt unterhalten. Pizza beim Italiener nebenan oder zur Abwechslung mal asiatisch: Auswärts essen ist beliebt. Das hat viele Gründe, aber zwei fallen besonders ins Gewicht.

Immer mehr Menschen essen auswärts.
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Immer mehr Menschen essen auswärts.
Es sind die steigende Erwerbsquote der Frauen und die Suche nach sozialen Erlebnissen. Immer mehr Frauen arbeiten in Teil- oder Vollzeit. Entsprechend hat sich ihr Alltag verändert. Am Beispiel der Mütter lässt sich das gut ablesen. Für sie zählen in der Küche vor allem Schnelligkeit und Einfachheit. Zwei von drei Frauen mit Kindern versuchen, während der Woche möglichst wenig Zeit für das Kochen aufzuwenden. Das sind 18 Prozent mehr als 2009. Damals waren es 47 Prozent. Stattdessen geht es lieber in ein Restaurant. 59 Prozent der Frauen erklären, dass sie gerne auswärts essen, weil es "weniger Aufwand bedeutet und sie es genießen, sich um nichts kümmern zu müssen". Ein Trend, der sich in der gesamten Bevölkerung wiederfindet.

Insekten als Fleischersatz unerwünscht

Die vergangenen zehn Jahre haben gezeigt, dass sich die Ernährung konstant weiterentwickelt. Was wohl die Zukunft noch bringt? Ob Klimaschutz, individualisierte Lebensmittel, intelligente Kühlschränke – die Möglichkeiten sind zahlreich und spannend. Doch tatsächlich können sich nur wenige Menschen in Deutschland für die futuristischen Ideen begeistern.

Die Nestlé Studie fand heraus, dass gerade mal fünf Prozent Insekten als Fleischersatz akzeptieren würden. Und nur wenige Menschen möchten Lebensmittel im Internet bestellen. Aber ein Küchenroboter, der einem die Arbeit abnimmt, kann doch sicher überzeugen, oder? Eher nicht. Gerade einmal jeder Fünfte würde sich darüber freuen. Genauso sieht es bei einer automatischen Erfassung des Einkaufs an der Kasse und bei intelligenten Kühlschränken aus.
 

Innovationen, die ankommen.

Neun Prozent wünschen sich Nahrungsmittel, die individuell auf das eigene Genom abgestimmt sind. Und 15 Prozent können sich für Nahrungsmittel begeistern, die die geistige Leistungsfähigkeit steigern. Darüber hinaus wären intelligente Verpackungen für 43 Prozent der Bevölkerung der Renner. Was bedeutet hier intelligent? Die Verpackungen könnten Auskunft über den Zustand und die Frische des Lebensmittels geben – und so den Einkauf erleichtern. Außerdem gefragt: im Supermarkt Zeit sparen zu können. Das ist den Menschen wichtiger als die Weiterentwicklung des Nahrungsmittels an sich.

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Und wie sieht die Situation bei Detailfragen wie der artgerechten Tierhaltung, der Regionalität, Saisonalität, den Bio- und Ökoprodukten oder dem fairen Handel aus? Auch bei diesen Themen liegen die Ansichten der Menschen aus höheren und niedrigeren sozialen Schichten weiter auseinander als noch im Jahr 2009.

Die Geschlechter ernähren sich unterschiedlich: So sagen 72 Prozent der Frauen, dass gute Ernährung für sie eine wichtige Rolle spielt. Bei den Männern sind es nur 58 Prozent. Die unterschiedlichen Speisepläne bestätigen das. Zum Beispiel gehören für 48 Prozent der Frauen Obst und Gemüse zur Ernährung einfach dazu. Aber nur jeder vierte Mann, also 27 Prozent, sieht das genauso. Männer sind dagegen Fleischesser. 57 Prozent genießen mindestens viermal pro Woche Mahlzeiten mit Fleisch. Bei den Frauen sind das nur 30 Prozent.

Alter entscheidet Ernährungsverhalten

Neben dem Geschlecht beeinflusst auch das Alter das Ernährungsverhalten. Das zeigt sich unter anderem an der Generation Z, den Jugendlichen, die 2019 zwischen 14 und 19 Jahren alt sind. Sie essen insgesamt gerne und sind spontaner als der Rest der Gesellschaft. 51 Prozent der Jugendlichen haben zum Beispiel keine festen Essenszeiten. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Wert bei 34 Prozent. Und was kommt bei den Jugendlichen auf den Teller? Eher Pasta statt Gemüse. 62 Prozent von ihnen orientieren sich stärker an dem, was sie mögen, als an dem, was gesund ist. In der Gesamtbevölkerung sagen das nur 39 Prozent.

Einfach nur essen, um satt zu werden? Dem würden 90 Prozent der Menschen in Deutschland widersprechen. Denn fast alle möchten mit ihrer Ernährung auch übergeordnete Ziele erreichen. 60 Prozent wollen etwa fit und 57 Prozent gesund werden oder bleiben. 51 Prozent möchten mit dem, was sie essen und trinken, ihr Wohlbefinden steigern. 35 Prozent wollen sich selbst optimieren und 24 Prozent etwas für ihr Aussehen tun. Doch obwohl die Menschen bei der Gestaltung ihrer Ernährung ein genaues Ziel vor Augen haben, ist der Frust in der Bevölkerung groß. Denn 85 Prozent sind mit dem eigenen Ernährungsverhalten nicht rundum zufrieden. Damit sind genauso viele Menschen unzufrieden wie 2009 – und das, obwohl sich Angebot und Auswahl verbessert haben.

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Doch was genau bemängeln die Unzufriedenen? Im Schnitt nehmen die Deutschen vier Ernährungsdefizite wahr: 33 Prozent erleben abendliche Heißhungerattacken, 31 Prozent wissen, dass sie zu wenig Obst und Gemüse essen, und 28 Prozent ernähren sich ihrer Meinung nach zu fettig. Auch zu wenig Zeit zum Essen wird von einem Viertel der Bevölkerung beklagt. Dabei sind die Menschen überraschend selbstkritisch: Sie sehen die Verantwortung für die Mängel bei sich selbst.

Nestlé Ernährungsstudie 2019



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