Neuland | Bundeskantinen

Verein fordert Tierwohl-Vorgaben in Ländern

Jochen Dettmer
IMAGO / Marius Schwarz
Jochen Dettmer

Neuland – Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung begrüßt die Vorgabe, dass öffentliche Kantinen künftig eine Mindestmente an Bio-Lebensmitteln verwenden sollen. Der Verein fordert jedoch auch, klare Regelen für mehr Tierwohl.

Neuland hat sich positiv zum Beschluss der Bundesregierung geäußert, den Mindestanteil an Bio-Lebensmitteln im Angebot von Kantinen des Bundes auf 20 Prozent zu erhöhen. Auch begrüßt die Organisation mit Sitz beim BUND in Berlin, dass im Rahmen des Maßnahmenprogrammes Nachhaltigkeit für Verwaltungshandeln, auch der Bezug von Fleisch aus besonders tierschutzgerechter Nutztierhaltung einzubeziehen sei. Gleichzeitig mahnt Neuland-Vorstandssprecher Jochen Dettmer Nachbesserungsbedarf an: "Wir vermissen konkrete Prozentzahlen für den Anteil von Fleisch und Wurstwaren aus besonders tiergerechter Haltung für die Kantinen des Bundes." Zudem erachtet er den Zeithorizont, konkrete Nachhaltigkeitsanforderungen für Kantinen bis Ende 2022 zu entwickeln, für zu lange.

Der Verein Neuland-Fleisch wünscht sich einen konkreten Prozentsatz an Fleisch aus besonders artegerechter Tierhaltung für die Kantinen des Bundes.
IMAGO / Gottfried Czepluch
Der Verein Neuland-Fleisch wünscht sich einen konkreten Prozentsatz an Fleisch aus besonders artegerechter Tierhaltung für die Kantinen des Bundes.

Bundesländer und Kommunen außen vor

"Der Ansatz, für das öffentliche Beschaffungswesen gesetzliche Vorgaben für prozentuale Mindestmengen für nachhaltig, klimaschonend und tiergerecht erzeugte Produkte vorzuschreiben, ist grundsätzlich richtig und würde erhebliche Marktimpulse geben", äußert sich Dettmer weiter. Damit würden die Anliegen der Borchert-Kommission zum Umbau der Nutztierhaltung und die Vorschläge der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) unterstützt.

Doch greife der Ansatz zu kurz: "Auch die Bundesländer und Kommunen müssen für ihre Kantinen nachziehen." Den Staatssekretär im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Prof. Dr. Ludwig Theuvsen hat Neuland-Vorstandssprecher Jochen Dettmer bereits persönlich aufgefordert, diesen Aspekt in der niedersächsischen Nutztierstrategie zu berücksichtigen. "Das Neuland-Qualitätsfleischprogramm aus besonders tiergerechter Haltung steht als Partner für die Belieferung öffentlicher Kantinen sowie Kitas- und Schulen zur Verfügung. Wer sich frühzeitig um den Bezug kümmert, kann schneller die dann kommenden Anforderungen erfüllen", maht der Vorstandssprecher abschließend.

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