Schulverpflegung, Hilden

Damit Essen ein Genuss ist

Stadt Hilden/Valerie Kromm

Abwechslungsreicher, gesünder, unmissverständlich definiert: Wie es der Stadt Hilden gelungen ist, die Verpflegung in ihren Kitas und Schulen besser aufzustellen. Und warum sich die vielen Schritte auf dem langen Weg gelohnt haben.

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Wie zufrieden sind die Eltern mit der Mittagsverpflegung ihrer Kinder in den städtischen Kindergärten und Grundschulen? Das will die Stadt Hilden vor sechs Jahren genauer wissen und erfährt von den befragten Müttern und Vätern: Da ist durchaus noch Luft nach oben. Rund 54 Prozent der Eltern und 65 Prozent der Kinder beurteilen das Essen damals als befriedigend und schlechter. Mehr als ein Drittel der Mädchen und Jungen findet es höchstens ausreichend.


"Die Fragen zur Verpflegung waren Teil einer größer angelegten Befragung rund um das neue Rahmenkonzept der Stadt zur Offenen Ganztagsschule", erläutert Stefanie Walder, Fachkraft im Amt für Jugend, Schule und Sport im nordrhein-westfälischen Hilden, knapp 20 Kilometer entfernt von Düsseldorf. "Dass es bei der Verpflegung Handlungsbedarf gibt, haben auch die Einzelinterviews mit den Schulleitungen bestätigt. Neben den organisatorischen Rahmenbedingungen wurde vor allem die mittelmäßige Qualität der Mahlzeiten kritisiert."

Besseres Essen für 1.800 Kinder

Insgesamt rund 1.800 Kinder in neun Kitas, sieben Grundschulen und einer weiterführenden Schule werden in den Einrichtungen des Amtes verpflegt. Der Auftrag an die Fachkraft: ein Verpflegungskonzept zu entwickeln und die Ausschreibung zu betreuen. Als Ziel wird formuliert: "Kinder sollen einen gesunden, genussvollen und reflektierten Umgang mit ihrer Ernährung erlernen. Einen Umgang, von dem sie bis ins hohe Alter profitieren."

Der erste Schritt beginnt mit einer Bestandsanalyse. Bisher basiert die Verpflegung auf Cook & Freeze; dabei werden die DGE-Standards nur teilweise eingehalten. Frischkomponenten wie Obst und Salat müssen die Küchenkräfte zusätzlich ordern. Aber nicht nur den Status quo, auch den Markt schaut sich die Projektleiterin genau an: Was gibt er eigentlich her? Welche Wünsche und Anforderungen sind realistisch? Grundlagenwissen über Qualitätskriterien eignet sie sich mithilfe von Fachliteratur an. Sie besucht sowohl die Küchenkräfte in den Kitas und Schulen als auch potenzielle Caterer.

Fachlicher Austausch

Parallel formiert sich ein Qualitätszirkel, in dem sich die Leitungen der Fachbereiche, Projekt- und Amtsleitung regelmäßig austauschen. "Wir haben viel diskutiert", berichtet Stefanie Walder. Zum Beispiel darüber, wie hoch der Bio-Anteil sein soll, ob man ihn besser wert- oder mengenmäßig definiert. Oder: Wie wäre es, komplett auf Fleisch zu verzichten? "Das war ein sehr kompromissgeprägter Findungsprozess", unterstreicht die Projektleiterin. Um das Ausschreibungsprozedere möglichst reibungsfrei managen zu können, bildet sie sich außerdem in Seminaren weiter – Stichwort Rollenklarheit. "Mir war es wichtig, alle Abteilungen und Betroffenen mit ins Boot zu holen, von der Zentralen Vergabestelle, der die Ausschreibung obliegt, bis zur Rechnungsprüfung."

Wie Stefanie Walder auch die Eltern mit ins Boot holte und welche Verbesserungen der Prozess brachte, lesen gv-praxis-Abonnenten im Special Ess-Klasse junior im Februar-Heft im vollständigen Artikel . Noch kein Abo? Hier geht es zum Probe-Abo



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