Schulverpflegung

Qualitäts-Offensive für nur 4 Cent

Je mehr Schüler sich für das Mittagessen in der Schule begeistern, desto geringer die Kosten pro Mahlzeit.
Jutta Pfannschmidt-Wahl
Je mehr Schüler sich für das Mittagessen in der Schule begeistern, desto geringer die Kosten pro Mahlzeit.

Nur 4 Cent mehr pro Mittagsmahlzeit können das Essen an Schulen entscheidend verbessern. Dies hat eine Studie zu Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung (KuPS) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ergeben. Der Bundeskongress Schulverpflegung in Berlin forderte am 6. November Investitionen für mehr Qualität.

Mehr als drei Millionen Schüler in Ganztagsschulen bundesweit haben Anspruch auf ein Mittagessen in der Schule. Da lohne es sich, bundesweit in die Infrastruktur zu investieren, damit alle Schulen eine ausgewogene Verpflegung anbieten können, findet Prof. Ulrike Arens-Azevêdo. "Ob gut gebildete oder bildungsferne Schichten, Schule und Teilhabe am Schulessen vereint alle miteinander und sorgt für Chancengleichheit", sagte die Präsidentin der DGE anlässlich des Bundeskongresses in Berlin.

5,40 Euro statt 5,36 Euro

Entscheidend für die Zukunft sei es, die Qualität der Schulverpflegung zu verbessern, so die DGE. Dies gestalte sich in der Praxis unterschiedlich, da je nach Schule eigene oder die Anforderungen des DGE-Qualitätsstandards berücksichtigt würden. Dabei seien die Kosten für eine Mittagsmahlzeit nach dem DGE-Qualitätsstandard mit 4 Cent (5,40 € statt 5,36 €) nur geringfügig höher.

Die Studie liefert erstmals Modellrechnungen sowie Daten, welche Kosten beim Schulträger für Verwaltungsaufgaben rund um die Schulverpflegung entstehen. Egal, ob vor Ort in Fremd- oder Eigenregie gekocht oder Essen angeliefert wird, die Gesamtkosten für die Schulverpflegung werden auch durch die Anzahl der Schulen sowie Essensteilnehmer beeinflusst. Berechnet wurde das Beispiel für eine Grundschule, in der vor Ort für 200 Schüler gekocht wurde (Mischküche). Die Autorin der KuPS-Studie, Dr. Ernestine Tecklenburg, DGE, betonte: "Wenn Schulessen schon subventioniert wird, dann sollte gutes Essen auf Basis des DGE-Qualitätsstandards zur Verfügung gestellt werden". Je mehr Schüler das Angebot wahrnehmen, desto geringer sind die Kosten und die Zuschüsse pro Mahlzeit.

Forderungen und Anregungen

Anhand ihrer Ergebnisse gibt die KuPS-Studie Empfehlungen, wie die Schulverpflegung weiter optimiert werden kann:
  • Aktzeptanz steigern
  • gesundheitsförderndes Speisenangebot
  • Qualität und Transparenz
  • Gästewünsche aufnehmen
  • Speiseplan-Check
  • Fort- und Weiterbildung
  • Gästebefragungen
  • Beschaffungs- und Qualitätsmanagement

Hilfestellung bieten die regionalen Vernetzungsstellen für die Kita- und Schulverpflegung.

Die KuPS-Studie wurde von der DGE im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durchgeführt, um mehr Transparenz über die Verteilung und Zusammensetzung der Kosten in der Schulverpflegung zu erhalten. Betrachtet wurden dabei unter anderem die Kosten und Wirtschaftlichkeit verschiedener kommunaler Konzepte sowie der Einfluss der Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung.



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