Snack‘18

Aufschwung für die Minimahlzeit

Zwei Tage lang diskutierten Branchen-Kenner beim Fachkongress Snack'18 der dfv Conference Group über die Zukunft der Zwischenmahlzeit.
Benjamin Rastetter
Zwei Tage lang diskutierten Branchen-Kenner beim Fachkongress Snack'18 der dfv Conference Group über die Zukunft der Zwischenmahlzeit.

Was ist das eigentlich, ein Snack? Bevor der diesjährige Fachkongress Snack'18 der dfv Conference Group so richtig Fahrt aufnimmt, definiert Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler die Zwischenmahlzeit: „Man isst einen Snack im Stehen, nimmt sich rund zehn Minuten Zeit, braucht keinen Teller und keinen Aufwand.“

Rützler erläutert den rund 250 Zuhörern, dass das Format des Snacks insbesondere in Deutschland immer wichtiger werde. 80 Prozent der Deutschen leben in Single- oder Paarhaushalten. „Die Menschen essen spontaner und sehen den Snack als Minimahlzeit.“ Die Fusion von Genuss und Gesundheit, Plant Based Food sowie die Transparenz von Zutaten seien aktuell die drei wichtigsten Trends der Snackbranche. Um die wachsende Bedeutung der Produktkategorie zu unterstreichen, schlägt die Wissenschaftlerin ein neues Wording vor: „Mima“ (Minimahlzeit).

Bevor strategische Lösungen im RheinMain CongressCenter diskutiert werden, wagen die folgenden Referenten einen Blick in die Zukunft: So fordern Patrizia Stitz und Rochus Winkler in ihrem Impuls-Vortrag vom Publikum, frei zu denken: In-vitro-Fleisch oder Insektenburger könnten die Trends der Zukunft sein. „Sushi benötigte auch rund 15 Jahre, bis es in Deutschland akzeptiert wurde“, berichten sie den Kongress-Besuchern. Hubertus Marquardt, Küchenchef des Frankfurter Hotels Roomers, stellt die Levante-Küche als besonders Snack-tauglich vor: „Humus ist das Nutella des Orients“, sagt er. Jeder isst es, wann und wo er will. Auch liefert Marquardt Schlagworte für die bestmögliche Präsentation der Minimahlzeiten: „Lecker, leicht, einfach.“  

Emotionen wecken

Metzgermeister Peter Inhoven macht seine ausgefallensten Kreationen zum Thema, so etwa den Erfolgsschlager „Transsilvanische Bratwurst“, mit der der Konsument eine Story assoziiert. Aus Erfahrung weiß der Fleisch-Profi, dass Angebot und Marke stets emotionalisiert werden müssen. „Die Menschen sehen Essen heute als Möglichkeit, sich zu individualisieren.“ Der Düsseldorfer gibt die Losung aus: „Nutzen Sie keine Zaubertricks, bleiben Sie für Ihre Kunden immer nachvollziehbar.“

Snack'18: Die Zwischenmahlzeit im Fokus




Als Best-Practice-Beispiel lässt Peter Ganghof, Geschäftsführer der K&U-Bäckerei, einen Einblick in die Strategie des mehr als 700 Back-Filialen betreibenden Unternehmens zu: „Get the basic right“, betont er. Der Snack braucht Aufmerksamkeit und Pflege: „Fragen Sie Ihre Kunden, was sie wollen! Bieten Sie ein übersichtliches Sortiment an.“ Nachdem K&U das Snack-Angebot in drei Stufen radikal reduziert und übersichtlicher gestaltet habe, freue man sich nun nach Jahren wieder über Umsatzwachstum in diesem Segment.

Blick nach Dänemark

Auch ein Gastland ist in diesem Jahr zum ersten Mal mit von der Partie: Die dänischen Food-Spezialisten Louise Byg Kongsholm, Hanne Harbo und Thomas Aadal sprechen über die skandinavische Snack-Szene: „Die Kunden fordern heute Simplizität, ein übersichtliches Angebot. Kunden wollen eine Entscheidungshilfe“, sagen sie. Die Megatrends in Dänemark seien bereits seit Jahren: „Healthy, easy, clean, local.“ Als Erfolgsmodell für Snacks geben die Trendforscher aus: „Angemessene Größe, gutes Preisleistungsverhältnis, gutes Gefühl.“

Eine detailliertere Berichterstattung über den Fachkongress lesen Sie in der foodservice-Oktober-Ausgabe.

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