Sodexo/KassenSichV

"Wir arbeiten an digitalen Lösungen"

Alexander Beismann ist IT Servicemanager Zahlungssysteme DACH bei Sodexo in Rüsselsheim.
Sodexo
Alexander Beismann ist IT Servicemanager Zahlungssysteme DACH bei Sodexo in Rüsselsheim.

Den Kassenbon digital aufs Handy. Diese Lösung strebt Contract Caterer Sodexo mittelfristig für seine Gäste in der Business-Sparte an. Erfahrung mit der Kassenbonpflicht hat der internationale Player bereits gesammelt, berichtet Alexander Beismann von Sodexo Service in Rüsselsheim bei Frankfurt am Main.

"Unsere Mitarbeiter sind informiert und die Kassen können Bons ausdrucken. Was den Prozess verzörgert, ist die fehlende zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) für die Kassen", erläutert Alexander Beismann, bezüglich der Umsetzung der neuen Kassensicherungsverordnung (KassenSichV). Er ist IT Servicemanager Zahlungssysteme DACH bei Sodexo. Da man per EU-Gesetz verpflichtet sei, sowohl die Kassenbonpflicht als auch die KassenSichV umzusetzen, geht man bei Deutschlands drittgrößtem Contract Caterer professionell und gelassen mit der Thematik um: "Wir haben dazu sehr nützliche Erfahrungswerte aus Österreich. Dort werden die EU-Vorgaben bereits seit zwei Jahren umgesetzt." Personalschulungen oder eine gezielte externe Kommunikation hält man bislang nicht für erforderlich.

Zeitgemäß digital umsetzen

"Bei uns sind unterschiedliche Kassensysteme im Einsatz, weshalb es auch unterschiedliche Lösungsansätze gibt", beschreibt Beismann die typische Situation eines Contract Caterers. "Teilweise nutzen wir beispielsweise Kassensysteme unserer Kunden". Grundsätzlich sucht Sodexo eine Online-Lösung, damit keine zusätzliche Hardware benötigt wird. Denn dies führe häufig zu unnötigen Komplikationen, weiß der IT-Experte. Eine digitale Lösung ist auch für den Kundenbeleg Ziel, nicht zuletzt, um Ressourcen zu schonen. Beismann: "Zurzeit ist die Menge der ausgedruckten Kassenbons um rund 95 Prozent gestiegen". Die Gäste äußerten dazu oft Bedenken wegen des zusätzlichen Papiermülls. Wie lange es dauern könnte, bis die Verordnung umgesetzt ist, und welche Mehrkosten auf das Unternehmen zukommen, lasse sich noch nicht abschätzen: "Wir sind hier noch in der Evaluation und müssen verschiedene Faktoren berücksichtigen. Wir arbeiten daran, unseren Gästen ihren Bon aufs Handy zu senden, wenn sie es wünschen." Einen Ausnahmeantrag hat das Rüsselsheimer Unternehmen nicht gestellt. 

Die über 1.000 Schulen, die Sodexo in Deutschland betreut, sind von der KassenSichV weniger betroffen. "Dort haben wir an den Ausgaben keinen Bargeldtransfer, da die Eltern die Menüs vorbestellen und die Kinder sich per Chipkarte bargeldlos ihr Menü abholen. Gibt es zusätzlich einen Kiosk, werden dort die Kassen selbstverständlich ebenfalls umgestellt."
Über Sodexo
Sodexo On-site Services beschäftigt in der DACH-Region rund 15.000 Mitarbeiter. Das 1966 gegründete Unternehmen bietet laut eigenen Angaben Benefits and Rewards Services und Personal and Home Services täglich für 100 Millionen Menschen in 72 Ländern. Der Konzern weist 2019 weltweit einen Jahresumsatz von 22 Milliarden Euro aus bei 460.000 Mitarbeitern. Das Portfolio umfasst Empfangs-, Sicherheits-, Wartungs- und Reinigungsdienste, Catering, Facility Management, Restaurant- und Geschenkgutscheine sowie Tankpässe für Mitarbeiter. Die Sodexo Services GmbH mit Sitz in Rüsselsheim zählt in Deutschland rund 300 Catering-Kunden, davon 200 Unternehmen (151,1 Mio. € Umsatz) und versorgt rund 1.100 Schulen und Kindergärten (67 Mio. € Umsatz). Mit einem Jahresumsatz 2018 von 286,7 Mio. Euro (+0,2 % gg.Vj.) belegt das Unternehmen Platz 3 im exklusiven gv-praxis-Ranking. Im Seniorenmarkt verzeichnete Sodexo 2018 ein Plus von 30,4 Prozent auf 7,3 Mio. Euro.



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