Stockheim

Eigenverwaltungsverfahren erfolgreich beendet

Will sich auf Messe- und Eventgeschäft konzentrieren: Stockheim-Geschäftsführer Özgür Günes.
Stockheim
Will sich auf Messe- und Eventgeschäft konzentrieren: Stockheim-Geschäftsführer Özgür Günes.

Mit der Aufhebung der Eigenverwaltung durch das Amtsgericht Düsseldorf ist das im Mai 2017 beantragte Insolvenzverfahren der Gastronomiegruppe Stockheim erfolgreich beendet. Damit wechselt Stockheim wieder in den regulären Geschäftsbetrieb.

Schon während des Eigenverwaltungsverfahrens wurden die Weichen für eine umfassende Neuausrichtung gestellt. Stockheim war in dem Sanierungsverfahren vom renommierten Beratungshaus Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf betriebswirtschaftlich und rechtlich begleitet worden.

Man werde nunmehr mit gebündelter Energie die Aufmerksamkeit voll auf das Messe- und Veranstaltungsgeschäft in Düsseldorf richten, sagte Stockheim-Geschäftsführer Özgür Günes. Das Unternehmen setzt dabei auf langjährige Partner und Locations wie das Congress Center Düsseldorf, die Messe Düsseldorf und die Rheinterrasse und kündigt an, den konzeptionellen Ausbau von gastronomischen Konzepten in den Vordergrund zu stellen.
„Die Stockheim-Produkte werden wir zukünftig überwiegend in Themenwelten und Konzepten wiederfinden.“
Carla Stockheim, verantwortlich für Brand Management & Development bei Stockheim

Stockheim hatte im Mai 2017 beim Amtsgericht Düsseldorf für sechs Unternehmen einen Antrag auf Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Mit der Eigenverwaltung wurde die seit dem 1. März 2012 geltenden Möglichkeit einer Sanierung unter Insolvenzschutz genutzt. Es handelt sich dabei nicht um eine Insolvenz im klassischen Sinne, sondern um ein Sanierungsverfahren mit dem obersten Ziel des Unternehmenserhalts und der Unternehmensfortführung. Die Geschäftsführung bleibt weiterhin im Amt und führt die Sanierungsmaßnahmen selbstständig durch.


Als wesentlichen Schritt, die finanzielle Stabilität von Stockheim zu erreichen, bezeichnen die Verantwortlichen die Trennung von Unternehmensteilen. Die Sparte Systemgastronomie mit den Gesellschaften Stockheim (Hbf.-Köln) GmbH und Stockheim Systemgastronomie GmbH & Co. KG wurde im Dezember 2017 an die SSP veräußert. Die in beiden Unternehmen beschäftigten rund 500 Mitarbeiter wurden von SSP übernommen. Die Cateringaktivitäten und die Mitarbeiter am Standort in Hamburg gingen im Dezember 2017 an die Käfer-Gruppe.

Laut Sanierungsexperte Dr. Utz Brömmekamp erhalten die Gläubiger des Unternehmens verglichen mit den üblichen Quoten bei Regelinsolvenzverfahren weit überdurchschnittliche Befriedigungsquoten zwischen 55 und 100 %. Damit, so der Sanierungsexperte, „hat sich das Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung hier erfreulicherweise als besonderes Erfolgsmodell präsentiert.“



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