Studie

Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter qualifizieren

Vielen Arbeitnehmern ist noch nicht bewusst, dass sie sich auf neue Arbeitsanforderungen einstellen müssen.
Deloitt
Vielen Arbeitnehmern ist noch nicht bewusst, dass sie sich auf neue Arbeitsanforderungen einstellen müssen.

Drei Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland fürchten kaum Auswirkungen der Digitalisierung. Über die Hälfte fühlt sich gut gerüstet. Laut einer Studie der internationalen Unternehmensberatung Deloitte unterschätzen Arbeitgeber und -nehmer die Dynamik der digitalen Veränderungen.

Nur zwei Prozent der Befragten in Deutschland gehen laut der Erhebung davon aus, dass ihr Job in der nächsten Dekade komplett verschwindet. Weniger als ein Fünftel (18 %) erwartet neue Anforderungen, die sie betreffen. In den Niederlanden, Frankreich, Spanien und Italien schätze man den Veränderungsdruck deutlich höher ein. Diese Erkenntnisse präsentiert die aktuelle europaweit durchgeführte Studie "Voice of the Workforce in Europe Survey" zur neuen Arbeitswelt.

Mit der Studie wolle man Arbeitgebern aufzeigen, dass sie aktiv werden müssen und wo. Wer sein Unternehmen für die Zukunft aufstellen wolle, müsse dafür sorgen, dass die "Workforce", die Mitarbeiter, entsprechend vorbereitet sind, erklärt Maren Hauptmann, Leiterin Organization Transformation & Talent bei Deloitte.

Lebenslang lernen

Die veränderten Anforderungen durch die Digitalisierung erforderten stete persönliche Weiterentwicklung technischer Fähigkeiten und sogenannter „Soft Skills“. Auf gesamteuropäischer Ebene geben 30 Prozent der befragten Arbeitnehmer an, noch keine Anstrengungen in diese Richtung unternommen zu haben, 42 Prozent wüssten auch gar nicht so genau, wie sie das bewerkstelligen sollten. In Deutschland sind zudem 50 bis 60 Prozent davon überzeugt, dass ihre bisherigen Soft Skills ausreichen.

Ältere Arbeitnehmer sind offen und flexibel

Der Fachkräftemangel führe zunehmend dazu, dass ältere, erfahrene Mitarbeiter geschätzt würden und länger im Berufsleben gehalten werden sollen. Positiv: Laut der Umfrage sind 40 Prozent der befragten Arbeitnehmer bereit, nach Erreichen des Rentenalters weiterzumachen. Dabei komme es jedoch auf die Form an: Generell zeigen sich viele offener gegenüber Alternativen wie Teilzeit, Teilselbständigkeit oder auch Gig Working, also kurzzeitige, auftrags- oder projektbezogene Einsätze.
Deloitte-Umfrage

Im Rahmen der Studie wurden insgesamt über 15.000 Beschäftigte in zehn europäischen Ländern befragt – darunter 2.000 in Deutschland.
Deloitte erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Risk Advisory, Steuerberatung, Financial Advisory und Consulting für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Deloitte Legal bietet in Deutschland auch Rechtsberatung. Deloitte agiert in einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern.
Die Umfrageergebnisse zum Download an.



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