Studie Digitalisierung

Vorteil im Wettbewerb

Auf dem Vormarsch: Kontaktloses Bezahlen in der Gastronomie.
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Auf dem Vormarsch: Kontaktloses Bezahlen in der Gastronomie.

Ob Onlineshop, digitale Speisekarte, Onlinereservierung oder kontaktlos Bezahlen – das Gastgewerbe stellt in vielen Bereichen auf digitale Konzepte um. Das zahlt sich aus.

Digitale Lösungen sind im Gastgewerbe gefragter denn je. Und mit 57 von 100 möglichen Indexpunkten haben die Gastbetriebe den Digitalisierungsgrad gegenüber dem Vorjahr um drei Punkte gesteigert. Zu diesem Ergebnis kommt die Benchmark-Studie "Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021". Techconsult hat sie mittlerweile zum fünften Mal im Auftrag der Deutschen Telekom durchgeführt.

Digitalisierung: Es geht voran
Digitalisierungsindex Mittelstand
Digitalisierung: Es geht voran

Kleinstbetriebe mit Nachholbedarf

Laut der Erhebung haben 32 Prozent der Gastbetriebe relevante Prozesse digitalisiert, um bei normalem Betrieb Hygieneregeln einhalten zu können. Etwa die Hälfte der Betriebe reagierte auf den ersten Lockdown – viele Restaurants riefen Online-Tastings, Lieferdienste und Take-aways ins Leben. Zahlreiche Unternehmen stellten auf kontaktloses Bezahlen um. Die Hotellerie vermietete Zimmer stundenweise für Homeoffice oder Quarantänemaßnahmen. Der Index für die Erweiterung und Erneuerung der Geschäftsmodelle legte um einen Zähler auf 49 Punkte zu. Innerhalb der Branche ist das Beherbergungsgewerbe mit 61 Punkten Vorreiter bei der Digitalisierung. Dagegen haben viele Kleinstbetriebe in der Individualgastronomie digitalen Nachholbedarf.

"Ob Onlineshop, digitale Speisekarte, Onlinereservierung oder kontaktloses Bezahlen: Viele Unternehmer konnten schnell spüren, dass Digitalisierung der Branche in der Krise konkret hilft. Auch in Zukunft. So lässt sich der Service weiter verbessern und Ressourcen kosteneffizienter einsetzen",sagt Thomas Spreitzer, verantwortlich für Vertrieb Kleine und Mittlere Unternehmen, Partnervertrieb und Marketing bei Telekom Deutschland. 

Mit der Möglichkeit, digital zu bestellen, konnten die Betriebe auch während der Corona-Krise Kunden binden. Überarbeitete Websites und mehr Präsenz in den sozialen Medien spielten dabei eine wesentliche Rolle. Social-Media-Kanäle lassen sich vor allem für tagesaktuelle Angebote nutzen. Mit einem Einsatzgrad von 53 Prozent sind Onlinereservierungs- und -buchungssysteme im Gastgewerbe weit verbreitet. 33 Prozent der Restaurants bieten eine digitale Speisekarte an. In den Kundenbeziehungen legte das Gastgewerbe gegenüber dem Vorjahr um vier Punkte auf den Indexwert von 58 zu

Corona-Krise treibt Digitalisierung voran.
Digitalisierungsindex Mittelstand
Corona-Krise treibt Digitalisierung voran.

Analyse der Daten weit verbreitet

Insgesamt 70 Prozent der Unternehmen aus dem Gastgewerbe führen bereits Datenanalysen durch. Kunden-, Produkt- und Lieferantendaten stehen bei 54 Prozent der Betriebe an erster Stelle. 43 Prozent analysieren Transaktionsdaten und 28 Prozent werten Daten aus sozialen Netzwerken aus. Entscheidend: Rund 70 Prozent der Unternehmen, die Daten analysieren, steigern ihre Wettbewerbsfähigkeit. Fast genauso viele Betriebe verbessern so ihre Service- und Produktqualität. Data Analytics unterstützt das Gastgewerbe außerdem, die Personalplanung effizienter zu organisieren. Die Daten helfen, den Einsatz von Aushilfskräften und die Ressourcenplanung der Stammbelegschaft effizienter einzuteilen. 37 Prozent nutzen bereits derartige Analyseverfahren, so die Studie.

Investitionen werden gesteigert
Digitalisierungsindex Mittelstand
Investitionen werden gesteigert
An ihren geplanten IT-Investitionen wollen 47 Prozent der Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe festhalten. 17 Prozent der Betriebe wollen sogar noch mehr in Digitalisierung investieren – 2021 durchschnittlich 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Dagegen müssen 36 Prozent der Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe ihre IT-Investitionen angesichts der Corona-Krise kürzen.

Für die Studie befragten Analysten von Techconsult mehr als 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen. Die Gesamtstudie sowie die einzelnen Berichte zu Branchen sind kostenlos einsehbar. Unternehmen können ihren digitalen Status quo außerdem selbst online prüfen. Dieser ebenfalls kostenlose Check ermögliche zudem einen Vergleich mit anderen Unternehmen.

Dieser Text erschien zuerst auf www.ahgz.de.

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