Utopia-Verbraucherstudie 2020

An Nachhaltigkeit führt kein Weg vorbei

Laut der Utopia-Verbraucherstudie verzichtet mehr als die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen auf Fleisch und weitere tierische Produkte.
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Laut der Utopia-Verbraucherstudie verzichtet mehr als die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen auf Fleisch und weitere tierische Produkte.

Knapp 53 Prozent der 18- bis 24-Jährigen ernähren sich vegetarisch oder vegan. Das geht aus der Verbraucherstudie 2020 der Online-Plattform Utopia hervor. Mehr als 14.400 Personen gaben dort Einblick in ihr Konsumverhalten. Besonders im Fokus stand das Thema Nachhaltigkeit.

Im Vergleich zur ersten Studie 2017, so bilanziert Utopia, hat die Bedeutung von Nachhaltigkeit in fast allen Konsumbereichen zugenommen. Besonders im Segment Lebensmittel achten die befragten Konsumenten auf Themen wie Regionalität, Saisonalität und eben auch Fleischverzicht. Aber auch in anderen Bereichen, wie Körperpflege und Kosmetik, Haushaltsartikel, Energie, Mobilität im Alltag sowie Kleidung, spielen Umwelt, Ethik und Soziales einen immer größere Rolle bei der Kaufentscheidung. 

Utopia teilt die befragten Teilnehmer der Studie in vier Nachhaltigkeitstypen auf: die ambitionierten Konsequenten, mit einem sehr hohen Bewusstsein für Nachhaltigkeit, die offenen Experimentierfreudigen, die nachhaltigkeitsorientiert und internetaffin sind, die zurückhaltenden Bedächtigen, für die Nachhaltigkeit selbstverständlich ist und die flexiblen Gelegentlichen, die bei nachhaltigen Angeboten besonders auf einfache Verfügbarkeit und günstige Preise reagieren. Allen gemeinsam ist, dass sie das persönliche Konsumverhalten als wesentlich für den Umweltschutz begreifen.

Besonders die jüngere Generation der 18- bis 34-Jährigen schreibt dem eigenen Konsumverhalten eine starke Bedeutung zu und sieht sich als Haupttreiber für den gesellschaftlichen Wandel. So verzichten knapp 53 Prozent 18- bis 24-Jährigen in ihrer Ernährung komplett auf Fleisch und/oder tierische Produkte. In der Altersgruppe der 24- bis 35-Jährigen sind es immerhin noch 40 Prozent, die sich entweder vegetarisch oder vegan ernähren. Zum Vergleich: Der Gesamtdurchschnitt aller Befragten liegt bei 34 Prozent. 

Gleichzeitig geben knapp 67 Prozent der 18- bis 24-Jährigen den Fleischverzicht als eines der Hauptmittel gegen den Klimawandel an. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen sind es 57 Prozent. Auf Platz 2 der Klimaschutzmaßnahmen landet das Thema weniger konsumieren mit 60, respektive 57 Prozent, gefolgt von 'nachhaltige Produkte kaufen' mit 48 und 54 Prozent. 

Beim Lebensmittelkauf achten laut der Utopia-Studie rund 54 Prozent der Befragten darauf, dass Produkte regional und saisonal sind. Für 47 Prozent ist zudem wichtig, dass die Lebensmittel unverpackt oder wenigstens umweltschonend verpackt sind. Ein Bio-Siegel ist dagegen nur für 43 Prozent der Studienteilnehmer relevant. Übrigens: Trotz insgesamt hoher Online-Shopping-Affinität bevorzugen 77 Prozent der Befragten den stationären Lebensmitteleinkauf.

Zur Studie
Die Utopia-Verbraucherstudie 2020 befragte im Herbst 2019 mehr 14.400 Teilnehmer zu ihrem Konsumverhalten und Nachhaltigkeitsverständnis. Die gleichnamige Online-Plattform, die als Erheberin firmiert, möchte damit Erkenntnisse vermitteln zur Vielfalt der Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen der nachhaltigkeitsbewussten Konsumenten. Im Fokus stehen die Konsumbereiche Ernährung, Körperpflege und Kosmetik, Kleidung und Reisen.



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