Vending

Nachhaltige Becherlösung für Kaffeeautomaten

Mehrwegbecher können auch an Vending-Automaten eingesetzt werden. Dazu braucht es Rücknahmeautomaten und ein Reinigungssystem.
BDV
Mehrwegbecher können auch an Vending-Automaten eingesetzt werden. Dazu braucht es Rücknahmeautomaten und ein Reinigungssystem.

Dringend gebraucht werden praktikable Ideen für Getränkeautomaten: für umweltverträgliche Becher und Müllvermeidung. Ende Oktober trafen sich Vertreter des Bundesverbandes der Deutschen Vending- und Automatenwirtschaft (BDV) mit Dienstleistern und dem Bundestagsabgeordneten Björn Simon, Mitglied im Umweltausschuss.

Die aktuelle Herausforderung der Vending-Branche sei es, die Vorgaben aus der EU-Richtlinie zur Vermeidung von Kunststoffverpackungen (SUP) umzusetzen. Dazu hat der BDV mehr als 100 Mitglieder zum Status quo befragt. Die meisten Becher (90 %), die an Automaten ausgegeben werden, werden gesammelt, lautet eines der Ergebnisse. Ein zweites: Rund zwei Drittel der Getränke werden in kundeneigene Kunststoff-Mehrwegbecher oder Porzellantassen ausgegeben. BDV-Geschäftsführer Dr. Aris Kaschefi betonte, dass der Kaffeeautomat heute eine wichtige soziale Funktion unter Mitarbeitern erfülle, weshalb die Preiskalkulation oft den Betriebsrat einbeziehe.  

Die Zeit und Kunden drängen

Obwohl die SUP noch nicht in nationales Recht umgesetzt sei, fragen Kunden-Unternehmen bereits nach Alternativen zum Kunststoff-Einwegbecher. Jedoch suchen auch Politik und Umweltbehörden noch nach den Materialien, die überhaupt ökologisch sinnvoll sind. MdB Björn Simon berichtete dazu aus dem Umweltausschuss des Bundestages, dass noch keine faktenbasierte Entscheidung möglich sei. Die Ökobilanzen der verschiedenen Alternativen fehlten noch. Schnellschüsse sollten vermieden werden.

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Dennoch: Die Nachfrage nach einer Umstellung auf Papierbecher steige, stellte nicht nur Gastgeber Michael Heuser fest, Heuser Verpflegungsautomaten in Dietzenbach bei Frankfurt am Main, sondern auch Gudrun Krämer, AP Südhessen GmbH & Co. KG, und Rainer Sauer, Sauer GmbH. Dies umzusetzen sei meist unkompliziert, aber mit einer Preissteigerung von 5 bis 10 Cent verbunden. Genauso wie Mehrwegbecher aus Kunststoff, die die Automaten ausgeben könnten. Für ein solches Mehrweg-Konzept müssten Rücknahmegeräte vor Ort und Reinigungsmöglichkeiten vorhanden sein. Zudem müsse auch der Nutzer seinen Teil beitragen, sprich, die Becher an den richtigen Stellen abgeben.

Becher-Stop!

Die optimale Lösung sei in der Regel die Becher-Stop-Funktion des Automaten. Ein Sensor verhindert die Ausgabe des Automatenbechers, wenn Kunden eine eigene Tasse nutzen. 70 Prozent der befragten Automatendienstleister verkaufen das Heißgetränk im Kundenbecher günstiger. Dazu bieten viele Dienstleister speziell gebrandete Mehrweg- oder Porzellanbecher an mit dem Hinweis, Ressourcen zu schonen.

Einig waren sich alle Diskussions-Teilnehmer, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit höchste Priorität haben, aber auch Kosten verursachen. Eine schnelle Umstellung sieht keiner in der aktuellen Faktenlage. Der BDV werde jedoch mit seinen Mitgliedern aktiv an einem Nachhaltigkeitskonzept der Vending-Branche arbeiten und den Austausch mit der Politik fortsetzen, so die Information des Verbands.

Über den BDV
Der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV) ist die Wirtschaftsvereinigung der Hersteller von Getränke- und Verpflegungsautomaten und der in diesem Bereich tätigen Automaten-Dienstleister ("Operator") sowie Lebensmittelhersteller. Der BDV zählt rund 350 Mitglieder, ca. 200 davon sind selbstständige Automaten-Dienstleister, meist regional tätige, mittelständische Unternehmen. Insgesamt machen die dem BDV angehörenden Automaten-Dienstleister etwa 2/3 des gesamten Marktes aus.


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