Ernährungsbildung

Zuckerfrage bei NRW-Schulmilch nicht geklärt

Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, und Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, auf dem Symposium "Frühstück macht Schule" am 30. Januar in Düsseldorf.
Verbraucherzentrale NRW
Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, und Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, auf dem Symposium "Frühstück macht Schule" am 30. Januar in Düsseldorf.

Wie Schüler kulinarisch fit für den Schultag gemacht werden können, war die Fragestellung des Symposiums "Frühstück macht Schule" des Verbraucherschutzministeriums und der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen (NRW). Thematisiert wurde dabei auch „reine Trinkmilch“ als ein Inhalt geplanter Schulungen. Ob das Land weiterhin auch gezuckerte Milchprodukte fördern wird, ist noch nicht entschieden.

"Zu der Frage, welche Produkte über das Schulmilchprogramm angeboten und abgenommen werden, führt das Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium NRW einen laufenden konstruktiven Austausch", heißt es vonseiten des Ministeriums auf Anfrage. Nach den Osterferien werde zunächst eine Elternbefragung durchgeführt, die bei der Gestaltung des Schulmilchprogramms berücksichtigt werden soll.


Über 100 Wissenschaftler, Eltern und Praktiker diskutierten Ende Januar auf dem Düsseldorfer Symposium kulturelle, ernährungsphysiologische und soziale Komponenten des Frühstücks. Konsens war, dass Defizite in der Ernährung Konzentration und Leistung beeinträchtigen können. Die Ausgangslage: Etwa jedes dritte Kind frühstückt an Schultagen nicht zu Hause. Mit zunehmendem Alter vergrößert sich dieser Anteil, zeigt die KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts. Die Langzeiterhebung zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland liefert seit 2003 wiederholt bundesweit repräsentative Daten zur Gesundheit der unter 18-Jährigen.

„Auch in der Ernährung muss das kleine Einmaleins vermittelt werden.“
Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, NRW

Bildungs-Initiative

Im Rahmen des EU-Schulprogramms will das Land NRW Eltern, Schüler und Lehrer über die Bedeutung eines hochwertigen Schulfrühstücks aufklären. Dazu werden Landfrauen nach festgelegten Kriterien und in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Schulungen durchführen. Für das Schuljahr 2018/2019 wurden die Landfrauen aufgrund der EU-Vorgaben darin geschult, insbesondere den Wert der reinen Trinkmilch hervorzuheben, so die Information des Ministeriums. Projektanträge mit Ideen und Unterrichtseinheiten können beim Verbraucherschutz-Ministerium gestellt werden.

"Die gesunde Ernährung beginnt nicht erst in der Schule, sondern bereits zu Hause. Viele Kinder kommen ohne gefrühstückt zu haben und ohne Pausenmahlzeit in die Schule", betonte Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser zum Auftakt des Symposiums. Sie ist überzeugt, dass Kinder mit entscheiden sollten, was auf ihr Pausenbrot kommt, nicht zuletzt als Anlass, um über Ernährung zu reden. Ihr Fazit: "Aufgrund vorhandener Defizite muss nicht nur in Mathe, sondern auch in der Ernährung das kleine Einmaleins vermittelt werden, am besten ganz praktisch selbstgemacht." Ob diese Gleichstellung von Mathematik und Ernährung womöglich auf ein neues Schulfach in NRW hinweist, ist der Information nicht zu entnehmen.

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