EG-Öko-Verordnung

Bio-Zertifizierung für Küchen neu geregelt

Sollen in Gaststätten oder Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung Speisen oder Speisenkomponenten mit dem Hinweis auf ökologischen Landbau angeboten werden, muss beim Einkauf sichergestellt werden, dass die Erzeugnisse ausschließlich von bio-zertifizierten Betrieben stammen. Die Bewerbung darf keinen Hinweis enthalten, der beim Käufer (Gast) den Eindruck erweckt, dass die entsprechenden Öko-Kontrollen eine Garantie für besseren Geschmack, Nährwert oder bessere Gesundheitsverträglichkeit darstellen. Wenn auf "Bio" (ökologischer Landbau/biologische Landwirtschaft) hingewiesen bzw. damit geworben wird, müssen mindestens 95 Prozent der Zutaten den Forderungen der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) 2029/91 entsprechen. Im Artikel 1 Ziffer 3 dieser Verordnung heißt es: "Diese Verordnung findet auf alle Unternehmer Anwendung, die auf irgendeiner Stufe der Produktion, der Aufbereitung oder des Vertriebs von Erzeugnissen des Absatz 2 tätig sind." Dabei handelt es sich um lebende oder unverarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie verarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse, die zur Verwendung als Lebensmittel bestimmt sind. Der weitere Hinweis in der Verordnung "die Arbeitsgänge in gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtungen unterliegen jedoch nicht dieser Verordnung", hat in Bezug auf die Kontrollen und die damit verbundenen Meldungen zu Verunsicherungen geführt, denn es wurde übersehen, dass die Verordnung den Mitgliedstaaten die Möglichkeit gibt, nationale Vorschriften für die Kennzeichnung von ökologischen Erzeugnissen in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung und deren Kontrolle zur erlassen. Weil sich die bisherigen Öko-Kontrollen in der Außer-Haus-Verpflegung offenbar bewährt haben, hat die Bundesregierung von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und das nationale "Gesetz zur Anpassung von Vorschriften auf dem Gebiet des ökologischen Landbaus an die Verordnung (EG) Nr. 834/2007 vom 28.6.2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr.2092/91 vom 7.12.2008" erlassen (Öko-Landbaugesetz und Öko-Kennzeichnungsgesetz). Wenn in einer gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtung regelmäßig unverarbeitete und verarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse aufbereitet werden (Verarbeitung, Zubereitung und Abgabe von Bio-Fleisch und Bio-Gemüse), unterliegt das Lebensmittelunternehmen allen Bestimmungen der Verordnung (EG) 834/2007. Das gilt auch für die vorgeschrieben Kontrollen; das heißt, der Betrieb muss zertifiziert sein, wenn er seine Produkte (Gerichte) als "Bio" anbieten will. Die angeführte EG-Öko-Verordnung und das nationale Gesetz sind am 1. Januar 2009 in Kraft getreten. Prof. Dr. Lutz Bertling Redaktion gv-praxis EG-Öko-Verordnung, Bio-Zertifizierung, Gemeinschaftsverpflegung, Außer-Haus-Verpflegung, Öko-Landbaugesetz, Öko-Kennzeichnungsgesetz



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