Dosenpfand

Trittin will Insellösungen unterbinden

Bundesumweltminister Jürgen Trittin will nach der Dosenpfand-Ausweitung die Rückgabe vereinfachen. Die von der EU-Kommission kritisierten Insellösungen, will er in den nächsten drei Monaten beseitigen. "Brüssel stellt das Dosenpfand nicht in Frage, sondern will bis Jahresende eine verbraucherfreundlichere Regelung für die Rückgabe leerer Dosen und Plastikflaschen. Die Zeit reicht. Ich habe bereits vor einer Woche eine Neuregelung der Verpackungsverordnung auf den Weg gebracht. Eine einvernehmliche Lösung mit den Ländern und der Kommission ist greifbar. Das Kabinett wird bereits am 3. November beschließen", sagte Trittin in einem Interview mit der Zeitschrift "Focus". Die angedrohten Klagen des Handels gegen ein Aufhebung der Insellösungen sieht er gelassen. "Der Handel hat mehr als 100 Prozesse gegen das Pfand angestrengt und keinen einzigen davon gewonnen. Im Übrigen wären bereits erfolgte Investitionen in eigene Sammelsysteme ja keineswegs wertlos. Sie lassen sich auch im Rahmen eines einheitlichen Systems weiter nutzen", führte Trittin weiter aus. Die Forderungen von Teilen des Handels nach Einführung einer Verpackungsabgabe erteilte der Umweltminister eine Absage. Das sei für den Verbraucher verlorenes Geld - das Dosenpfand erhalte er hingegen zurück. "Die Hersteller müssen zu ihrer Verantwortung stehen, statt die Verbraucher abzuzocken. "Die Bundesregierung hat jetzt drei Monate Zeit, die sogenannten Insellösungen bei der Einweg-Rücknahme zu verbieten und den Handel zu verpflichten, ein verbaucherfreundliches einheitliches Rücknahme- und Clearingsystem zu schaffen", so BVMW-Präsident Mario Ohoven. Es könne nicht sein, dass der Dosenpfand-Boykott von Großkonzernen des Handels auf dem Rücken der Verbraucher und der mittelständischen Konsumgüterindustrie weiter ausgetragen werde. "



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