56. DGE-Kongress in Gießen

Was kann gesunde Ernährung?

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee begrüßt die rund 600 Teilnehmer des 56. Wissenschaftlichen Kongresss der DGE in Gießen.
Thomas Hauss für DGE
Prof. Dr. Joybrato Mukherjee begrüßt die rund 600 Teilnehmer des 56. Wissenschaftlichen Kongresss der DGE in Gießen.

Eine alternde Gesellschaft muss sich mit altersbedingten Erkrankungen auseinandersetzen. Geeignete Strategien erörterten Ernährungswissenschaftler, Oecotrophologen und andere Wissenschaftler vom 19. bis 21. März 2019 auf dem 56. Wissenschaftlichen DGE-Kongress an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

 

Unter dem Leitthema "Lebensjahre in Gesundheit – was leistet die Ernährung?" informierten sich über 600 Teilnehmer an zweieinhalb Tagen über aktuelle Forschungsergebnisse unter anderem zur Analytik und biologischen Wirkung verschiedener Lebensmittel, zur Ernährungsbildung, Gesundheitsförderung und zum Essverhalten. Geleitet wurde der Kongress von den Professoren Gunter Eckert und Dr. Uwe Wenzel vom Institut für Ernährungswissenschaft (IfE) der Universität Gießen.
„In einer Gesellschaft, die dem demografischen Wandel unterworfen ist, rückt die Prävention altersbedingter Erkrankungen immer stärker in den Fokus der Wissenschaft. Hierbei kann die richtige Ernährung einen wichtigen Beitrag leisten.“
Prof. Gunter Eckert, Institut für Ernährungswissenschaft (IfE), Universität Gießen

Was leistet gesunde Ernährung?

Minisymposien thematisierten zum Beispiel, wie man in der Gemeinschaftsverpflegung Mangelernährung vorbeugen kann oder wie die sozialen Medien unsere Ernährung beeinflussen. Drei Plenarvorträge griffen das Leitthema am Beispiel von Alzheimer-Krankheit, Parkinson und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf: Ketone als Nahrungsergänzungsmittel seien derzeit das vielversprechendste Mittel, um einen Energiemangel im Gehirnstoffwechsel zu vermeiden, fasste Prof. Dr. Stephen Cunnane, Universität Sherbrooke, Kanada, den aktuellen Forschungsstand zusammen. Im schlecht funktionierenden Gehirnstoffwechsel werden Ursachen für die genannten Erkrankungen vermutet.

Inwieweit geringe Dosen schädlicher oder giftiger Substanzen positive Wirkungen auf Organismen haben können, betrachtete Prof. Dr. Vittorio Calabrese von der Universität Catania, Italien. Der Denkansatz eröffne Perspektiven und Möglichkeiten, um den Alterungsprozess und die Lebensdauer zu beeinflussen sowie die Parkinson-Krankheit und andere neurodegenerativer Krankheiten wie Demenzen zu behandeln.

Ernährung und Gesundheit als soziale Aufgaben

Ernährungsempfehlungen können nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn neben der medizinischen auch die soziale Bedeutung der Ernährung beachtet werde, betonte indes Prof. Dr. Andreas Simm von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er warf einen kritischen Blick auf Ernährungsstrategien zur Prävention kardiovaskulärer Alterserkrankungen, die häufigste Todeursache in Deutschland. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie empfahl eine ausgewogene mediterran orientierte Ernährung. Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln ließen momentan keinen Nutzen erkennen, so der Wissenschaftler.

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