Neue EU-Massnahme

166000 Menschen sind im Jahr 1999 in der Europäischen Union an Salmonellosis erkrankt. Die EU-Kommission will auf den Menschen übertragbare Tierseuchen wie die Salmonellose wirksamer als bisher bekämpfen. Die Brüsseler Behörde schlug ein strengeres Kontrollsystem und Maßnahmen zur Bekämpfung der genannten Zoonosen vor. Jede tausendste Erkrankung endet tödlich. Zoonosen sind Krankheiten oder Infektionen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können, wenn Produkte tierischen Ursprungs gegessen werden. Die Kommission nannte als Beispiele rohe Eier, Geflügel, Schweine- und Rindfleisch sowie Fleisch- oder Molkereiprodukte. An zweiter Stelle der Zoonosen stehen Campylobacter-Infektionen, die in der EU 127000 Mal gezählt wurden. Meist äußern sie sich in Durchfall, seltener in Nervenerkrankungen. Campylobacter-Erreger finden sich zum größten Teil in Geflügelfleisch. Listeria and E.coli sind zwei weitere verbreitete Infektionen durch Zoonose-Erreger. Die Listeriose führt in 20 bis 40 Prozent der Fälle zum Tod. Weitere Zoonosen sind die Brucellose und die Toxoplasmose. Vor diesem Hintergrund hat die EU-Kommission jetzt vorgeschlagen, ab 1.Januar 2005 alle Zuchtgeflügelbestände systematisch auf Salmonellen zu untersuchen. Ein Jahr später soll die Testpflicht bei Legehennen obligatorisch werden, noch ein Jahr später bei Masthähnchen, und ab 1.Januar 2008 sollen die Salmonellen-Tests auf Puten sowie auf Schweine ausgeweitet werden. Ebenfalls ab 2008 sollen Hühnereier nur mehr dann zum unmittelbaren Konsum vermarktet werden dürfen, wenn sie aus Beständen stammen, die nachweislich frei von den zwei häufigsten Salmonellose-Erregern sind. Geflügelfleisch soll ab 2009 nur mehr auf den Markt dürfen, wenn in 25 Gramm keine Salmonellen nachgewiesen wurden. Für den EU-Agrarhaushalt rechnet die Kommission mit Mehrkosten von rund 400.000 Euro pro Jahr. Lediglich die vorgeschlagenen Überwachungsprogramme kosten die Gemeinschaft zusätzliches Geld. Ihre Vorschläge zur Verschärfung der Zoonosenbekämpfung hatte die Kommission bereits in ihrem Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit angekündigt, das sie im Januar 2000 vorgelegt hat. Die Gesetzentwürfe müssen jetzt noch vom Europaparlament und dem EU-Ministerrat verabschiedet werden.

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