Noch schärfer kontrollieren

Der Zehn-Punkte-Plan von Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU als Konsequenz aus dem Fleischskandal geht mehreren Verbänden nicht weit genug. Die Lebensmittelkontrolleure betonten, es könne keine 100-prozentige Sicherheit geben. Der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicher8heit, Christian Grugel, sagte, eine verbesserte Eigenkonrolle von Betrieben und der Branche soll Fleischwaren für Verbraucher sicherer machen. Dazu diene auch ein geplantes Pilotprojekt der Bundesregierung. Es soll ein mehrstufiges System aufgebaut werden, das möglichst rasch Informationen über Missstände oder Täuschungen liefere. Die Fleischwirtschaft distanzierte sich von kriminellen Machenschaften. Die aktuellen Einzelfälle vorsätzlicher Rechtsverstöße hätten der gesamten Fleischwirtschaft enormen Schaden zugefügt. Gegen Firmen, die Verbraucher gefährdeten, müsse hart durchgegriffen werden bis hin zum Handelsverbot. Der Verband schlug vor, die Überwachung bundesweit zu zentralisieren. Bisher sind nur die Länder für die Kontrollen zuständig. Die Lebensmittelkontrolleure kritisierten Rechtslücken. „Wir können erst tätig werden, wenn wir Gammelfleisch finden“, sagt der Vorsitzende Hand-Henning Viedt. Die Kontrolleure sollten zudem nicht nach der Einwohnerzahl, sondern nach dem Risiko in den Betrieben eingesetzt werden. Die in der Fleischwirtschaft bekannt gewordenen Skandale könnten sich grundsätzlich in allen Bereichen der Lebensmittelbranche wiederholen. Quelle: LZ

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