Augustinum Gruppe

Künstliche Intelligenz gegen Food Waste

Augustinum Seniorenresidenz München-Neufriedenheim. In München ist auch der Hauptsitz der Augustinum Gruppe.
Augustinum gGmbH
Augustinum Seniorenresidenz München-Neufriedenheim. In München ist auch der Hauptsitz der Augustinum Gruppe.

Je genauer der Bedarf vorherbestimmt werden kann, desto weniger Lebensmittel werden verschwendet. Um Food Waste zu reduzieren, setzt der Bertreiber von Seniorenresidenzen, Augustinum, nun auf Künstliche Intelligenz und Algorithmen.

Um möglichst punktgenau Lebensmittel zu bestellen und die eigenen Rezepturen zu verbessern, beteiligt sich die Augustinum Gastronomie seit Anfang 2019 an dem Pilotprojekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) "Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung". Die Bundesrepublik Deutschland hat sich gegenüber den Vereinten Nationen und der Europäischen Union verpflichtet, bis 2030 die Lebensmittelabfälle in Deutschland zu halbieren.

Genau Hinschauen wirkt bereits

Am Standort München-Neufriedenheim hat das Augustinum gemessen, wie viel Abfall jeweils in den Bereichen Lagerung, Produktion, Tellerrücklauf und Überproduktion anfällt. "Wir analysieren jetzt die Daten und entwickeln weitere Maßnahmen", berichtet Christoph Specht, Geschäftsführer der Augustinum Gastronomie. "Allein das Messen hat schon dazu geführt, dass wir weniger Abfall produzieren", so Specht.

Alle Lebensmittelabfälle werden am Pilot-Standort München-Neufriedenheim gemessen. Bereits die so erzeugte Aufmerksamkeit reduzierte die Verschwendung spürbar.
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Alle Lebensmittelabfälle werden am Pilot-Standort München-Neufriedenheim gemessen. Bereits die so erzeugte Aufmerksamkeit reduzierte die Verschwendung spürbar.
Nun rückt der Seniorenresidenzenbetreiber dem Problem innovativ zu Leibe: "Wir setzen auf die Zusammenarbeit mit Delicious Data, einem jungen Münchner Start-up im Bereich der Künstlichen Intelligenz, um insbesondere die Überproduktion zu reduzieren", berichtet Specht. In den bundesweit 23 Seniorenresidenzen des Augustinums können Bewohner täglich unter vier frisch zubereiteten Drei-Gänge-Menüs wählen sowie Komponenten frei kombinieren. "Der Algorithmus von Delicious Data analysiert, welche Menüs und welche Komponenten wie oft, in welcher Kombination und wann bestellt werden", so Specht weiter. Der Faktor Künstliche Intelligenz setze diese Information in Bezug zu Rahmendaten wie Jahreszeiten, kalendarischen Anlässen bis hin zu Wettervorhersagen und Ernährungstrends. Daraus erstellt die Software genaue Empfehlungen für Produktionsmengen und Komponenten.
„Die KI lernt ständig dazu und kann so auch neue Gerichte und Menüs treffsicher berechnen“
Christoph Specht, Geschäftsführer der Augustinum Gastronomie

Roll-out geplant

Im ersten Quartal 2020 wird das Augustinum die Software in vier Häusern testen. Rezepturen und Kalibrierungen sollen nach und nach angepasst werden. Die Messungen ergaben zum Beispiel, dass die Portionen bisher etwas zu üppig waren. Bei bundesweit mehr als 7.500 Bewohnern summieren sich diese Übermengen beeindruckend. Alle Rezepturen des Augustinums sind in einem Warenwirtschaftssystem
hinterlegt, "hier werden wir die Mengenangaben überprüfen und aktualisieren", kündigt der Geschäftsführer an und betont: "Natürlich sind wir dazu in enger Absprache mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, und selbstverständlich ist am Tisch jederzeit ein Nachschlag möglich."
ÜBER DIE AUGUSTINUM GRUPPE
Das Augustinum ist nach eigenen Angaben mit seinen bundesweit 23 Residenzen Marktführer im gehobenen Seniorenwohnen. Weitere Unternehmensbereiche der Augustinum Gruppe sind zwei stationäre Pflegeeinrichtungen, die Klinik Augustinum München sowie die Pädagogischen Einrichtungen mit Frühförderstellen, Tages-, Werks- und Wohnstätten sowie Schulen und Internaten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger und Mehrfachbehinderung, Hörschädigung und besonderem Förderbedarf. Das Augustinum ist gemeinnützig und Mitglied im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche.


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