Ausbildung Geflüchteter

Hoffnungsträger für Gastro-Einsteiger

Bernd Jonkmanns

Benjamin Jürgens‘ „Refugee Canteen“ in Hamburg eröffnet geflüchteten Menschen in Deutschland berufliche Perspektiven in der Gastronomie. Seine Akademie bereitet praktisch und theoretisch auf eine fundierte Ausbildung vor.

Gemeinsam kochen und essen, das schafft Geborgenheit, findet Benjamin Jürgens. "Bei uns kann jeder mitmachen, dem beim Thema Essen die Augen leuchten", erläutert er eines der Auswahlkriterien für seine Refugee Canteen. Die Akademie gibt neu Angekommenen Hoffnung auf ein eigenständiges Leben. Die Motivation: "Wir müssen die Menschen auf die Füße stellen, damit sie selbst laufen können." Zum Beispiel mit drei Wochen Schule in seiner Akademie und vier Wochen Praxis.

Starthilfe von Profis

Niemand soll seine Talente in der Spülküche vergeuden, ist das Credo des Globetrotters aus kultureller Neugier. Über 60 Menschen wurden seit dem Start vor einem Jahr qualifiziert und in Profi-Küchen vermittelt. Das Beratungsunternehmen Gastrolotsen, Träger der Refugee Canteen, begleitet seine Schützlinge über die Vermittlung hinaus noch ein Jahr lang: Behördengänge erledigen, Missverständnisse oder handfeste Probleme am Arbeitsplatz bewältigen.

"Es gibt viel zu viele, die Notsituationen ausnutzen wollen. Da wird selbst an der Arbeitsschutzkleidung geknausert", weiß der 32-Jährige. Schon drei Geflüchtete in einem Betrieb veränderten dort die Strukturen und könnten zur Zerreißprobe führen. Eine wirkliche Integration gelinge selten ohne die Vermittlung erfahrener Experten wie den Gastrolotsen.

Wie Jürgens nach einem Aussteigerjahr 2015 die Akademie ins Leben rief und wie sie funktioniert und wie es weitergehen soll, lesen gv-praxis-Abonnenten im September-Heft oder im E-Paper.





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