Ausstattung

Weg frei für Mehrweg!

Mehrwegbecher reduzieren das Müllaufkommen im Bereich Getränke-to-go.
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Mehrwegbecher reduzieren das Müllaufkommen im Bereich Getränke-to-go.

Einwegbecher belasten die Umwelt. Engagierte Vorreiter der Gemeinschaftsgastronomie setzen deshalb längst auf Mehrwegsysteme. Hersteller entwickeln Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen.

Die Gäste des Nürnberger Cateringunternehmens Dorfner können zeigen, ob sie Umweltschutz ernst nehmen. Für 4,50 Euro erhalten sie stabile Bambusbecher, ein Heißgetränk ist inklusive, bei jedem weiteren Getränk im mitgebrachten Mehrwegbecher sparen sie Gäste 10 Cent. „Im ersten Testbetrieb mit rund 300 Mittagessen täglich haben wir in der ersten Woche 50 Stück verkauft“, berichtet Meike Dunkel, Marketingleiterin bei Dorfner. Von den 300 Kaffees am Tag werde ein Drittel mitgenommen, 50 im Mehrwegbecher. Bis 2019 soll mit Hilfe des Mehrwegbechers die Menge des Verpackungsmülls für Speisen bei den Dorfner-Kunden halbiert werden.

Bambusbecher enthalten Melamin

Die Bambusbecher bestehen zu jeweils einem Viertel aus Bambus und Mais, die andere Hälfte ist reines Melamin, das nicht erhitzt werden sollte. Es macht die Becher stabil, bruchsicher und spülmaschinenfest. Nutzt man sie täglich einmal, hat man bis zu 365 Einwegbecher schon mal vermieden – pro Kopf.

Pfandsystem statt Einweg

Wer in der öffentlichen Siemens-Cafeteria am Hauptsitz in der Münchner Innenstadt seinen Kaffee oder Tee mitnehmen möchte, erhält ihn in einem Recup-Becher. Die Cafeteria beteiligt sich mit anderen Cafés der Stadt am Recup-System. Die Gäste zahlen 1 Euro Pfand und erhalten ihre Heißgetränke in der Regel günstiger als im Einwegbecher. Die benutzten Becher können bei allen beteiligten Locations abgegeben werden. Über eine App findet man die nächstgelegene Abgabemöglichkeit. Die stabilen Kunststoffbecher aus Polypropylen machen mindestens 500 Spülmaschinengänge mit, so die Informationen des Herstellers, und haben eine relativ gute Umweltbilanz.

Becher aus nachwachsendem Rohstoff

Die sieben Siemens Kaffeebars im Eigenbetrieb verwenden den Treecup-Becher des Hanauer Unternehmens Nowaste. Bundesweit sind dort derzeit rund 3.600 Stück in Umlauf. „Die Entscheidung liegt natürlich bei den Gästen“, erläutert Vera Büchner, Marketing- und Kommunikationsleiterin von Restaurant Services. Die Becher sind laut Nowaste in industriellen Kompostieranlagen natürlich abbaubar und können recycelt werden.
„Die gebrauchten Becher nehmen wir gerne zurück und machen neue daraus.“
Thomas Fotteler, Geschäftsführer Nowaste

Zwei Größen gewünscht

Auch Aramark setzt in fünf Betrieben auf den Biokunststoff-Becher. Die Resonanz ist so gut, dass Eric Hellmich, Senior Manager Non Food bei Aramark, weiter damit plant – mit einem Wunsch an den Hersteller: Der Becher mit Fülllinien für 0,3 und 0,4 l Inhalt sei etwas zu hoch für die Kaffeemaschinen. Gemeinsam mit Nowaste feilt er an einer optimalen Lösung.
Bechervergleich
Bambusbecher Recup Treecup
Material je 25 % Bambus und Mais,
50 % Melamin
Polypropylen nachwachsende
Rohstoffe
recyclingfähig nein ja ja
kompostierbar nein nein ja
spülmaschinenfest ja ja ja
Spülgänge k.A. 500 250
Branding ja ja ja
Quellen: Dorfner Menü, Recup, Nowaste

Den vollständigen Beitrag und mehr Details lesen Sie in der April-Ausgabe der gv-praxis (E-Paper).



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