Berufsmode

Cool und öko, bitte!

Ambitionierter Ansatz: Schürzen und Kochjacken hergestellt aus Plastikmüll aus dem Meer.
Kaya & Kato/Marc Thürbach
Ambitionierter Ansatz: Schürzen und Kochjacken hergestellt aus Plastikmüll aus dem Meer.

Super-Materialien, trendige Looks und geringste Umweltbelastung bei höchstem Anwender-Komfort. Berufsmode unterliegt heute ähnlich hohen Ansprüchen wie unser Essen – und kann das Berufs-Image pflegen.

Punk-Koch Stefan Marquard hat einmal gesagt: "Koch ist der geilste Job der Welt. Wo du hinkommst, kannst du mitarbeiten und bekommst das beste Essen." Und doch: Laut einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung rangiert der Koch an vorletzter Stelle im Beliebtheitsranking unter jungen Menschen. Sie möchten in einem Beruf arbeiten, der gesellschaftlich und in ihrer "Community" angesehen ist. Ein gar nicht unbedeutender Imagefaktor ist die Arbeitskleidung. Beispiel Stefan Marquard. Egal, ob mit Kindern in Schulen, im Fernsehen oder auf der Bühne, die Marke Punk-Koch lebt auch von der Optik.

Ökologie als Coolness-Faktor

Das Kölner Berufsmode-Label Kaya & Kato setzt konsequent auf Fairness – gegenüber Mensch und Umwelt. Die Clean-Ocean-Linie wird aus Öko-Baumwolle und Plastikmüll aus dem Meer produziert. Hier im Einsatz bei den Chefdays 2019 mit dem Team von Sternekoch Thomas Schanz.
Kaya & Kato/Ignacio Bandera
Das Kölner Berufsmode-Label Kaya & Kato setzt konsequent auf Fairness – gegenüber Mensch und Umwelt. Die Clean-Ocean-Linie wird aus Öko-Baumwolle und Plastikmüll aus dem Meer produziert. Hier im Einsatz bei den Chefdays 2019 mit dem Team von Sternekoch Thomas Schanz.
"Es wird Zeit, dass wir mit neuen Konzepten die Meere von Müll befreien", plädiert Dr. Stefan Rennicke, Gründer und Geschäftsführer des Kölner Labels Kaya & Kato. Und er lässt Worten Taten folgen. Die neueste Kollektion nutzt Stoffe, die aus dem Plastikmüll in unseren Meeren hergestellt wurden. In einem Meter Stoff seien 12,5 PET-Flaschen enthalten, so das Unternehmen. 21 Prozent CO2 und 20 Prozent Energie würden eingespart. Bei 1.000 Metern Stoff entspreche dies den Emissionen einer Autofahrt von 11.000 Kilometern. Hygienisch erfüllt das Recyclingmaterial die Anforderungen in der Gastronomie: Es kann sehr heiß gewaschen werden. Kaya & Kato hat als erster Berufsmode-Hersteller für Gastronomie und Hotellerie das neue staatliche Textilsiegel "Grüner Knopf" für sozial und ökologisch hergestellte Textilien erhalten. Ausgezeichnet wurden zum Start insgesamt 27 Unternehmen.
Marken sind für viele Berufseinsteiger Statussymbole. Warum also nicht mit Kleidung angesagter Marken "locken"? Hybrid-Kapuzenstrickjacke in 4 Farben.
Engelbert Strauss GmbH & Co. KG
Marken sind für viele Berufseinsteiger Statussymbole. Warum also nicht mit Kleidung angesagter Marken "locken"? Hybrid-Kapuzenstrickjacke in 4 Farben.
Als Arbeitskleidung cool und ein modischer Trendsetter war als erste die nietenverstärkte Arbeitshose aus Denim des deutschen USA-Einwanderers Levi Strauss im 19. Jahrhundert. Ähnliches schaffte das US-Workwear-Label Carhartt bereits in den 1990er Jahren. Nun macht Profi-Ausstatter Engelbert Strauss ähnliche Furore. Die mit Modegespür und Marktintelligenz geführte hessische Workwear-Marke punktet nicht nur auf dem Bau oder in der Schreinerei, sondern durchaus mit Freizeit-Looks. Warum also nicht auch für Köche beim winterlichen Grill-Event? Die Hybridjacke der Serie "e.s.motion ten" sorgt mit gestrickten, dehnbaren Ärmeln und Seitenpartien für Bewegunsgfreiheit. Größere Flächen und die Kapuze sind warm gesteppt. Die Trendfarben: Schwarz und Oliv, dazu Hell- und Dunkelgrau.

Team-Spirit fördern

Corporate Design ist heute ein Muss. Unternehmen pflegen sehr gezielt ihr Markenimage und passen den Look nur in besonderen Fällen dem CD des Cateringkunden an. Die einfachste Möglichkeit – das Logo gestickt, gedruckt oder geflockt auf Kragen, Oberarm oder Binder platziert – reicht vielen bei Weitem nicht. Anbieter setzen daher auf Konfigurations-Plattformen auf ihren Webseiten, damit am Ende die Farbe, das Material und natürlich das Logo zum Unternehmen passen: Stoffe, Farben, Schürzen- und Ärmellängen werden individuell bestimmt.

Auf Kombi-Vielfalt setzt die neue Miet-Kollektion "Denim Craft" der DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing. Zur elfteiligen Serie gehören Kochjacken, Hemden und Blusen mit verschiedenen Ärmellängen sowie diverse Schürzenmodelle und ein Bandana für den Kopf. Die Teile sind untereinander frei kombinierbar. Erhältlich sind die drei Trendfarben Blue, Black und Olive. Noch mehr Abwechslung und das eigene Corporate Design auch in der individuellen Textilfarbe bieten die Hemden und Blusen der Basics "Concept" dazu. Die hautfreundlichen Mischgewebe sind laut DBL nach Öko-Tex Standard 100 zertifiziert. Für den Komfort legen die Schnitte Wert auf besonders viel Bewegungsfreiheit.

Fair geht vor

Der Ursprung dieser Craft-Style-Schürzen war die Bullerei von Starkoch Tim Mälzer. Besonders die Schürzen von Baristas und Service sind wesentlicher Imageträger und Aushängeschild eines Gastro-Unternehmens.
Gusswerk
Der Ursprung dieser Craft-Style-Schürzen war die Bullerei von Starkoch Tim Mälzer. Besonders die Schürzen von Baristas und Service sind wesentlicher Imageträger und Aushängeschild eines Gastro-Unternehmens.
Selbst wie er seine Schürze schnürt, entscheidet heute der Kunde – zumindest bei dem Berliner Label Gusswerk. Den Anstoß zu den Premium-Schürzen im Craft-Style gab Tim Mälzers "Bullerei". Gesucht wurde 2010 ein eindeutiges Marken-Outfit ohne Uniformcharakter. Heraus kam ein Vorbinder mit abnehmbaren Ledergurten. Heute umfasst das Sortiment Vorbinder, Latz- und Wickelschürzen für Service, Küche, Theke, Barista und Bar. Die Gurte zu allen Fronten sind in diversen Längen erhältlich. Genäht wird in Deutschland und Polen zu fairen Bedingungen, versichern die Gründerinnen Anke Dezius und Katrin Degen. Die Stoffe wie Ripsmoleskin (kbA), Organic Denim, Doppelpilot oder gewachste Baumwolle stammen aus Deutschland und der EU.
Berufsmode-Trends 2019
  1. Denim- und Funktions-Stoffe
  2. Blau, Grau, Schwarz, Olive
  3. nachhaltige Materialien
  4. konfigurierbare Ausstattungsdetails
  5. Bewegungsfreiheit
  6. Image-Träger, Corporate Identity

stats