Bezahlmöglichkeiten

Mobiles Bezahlen verbreitet sich weiter

Immer mehr Menschen bezahlen kontaktlos.
Postbank-Studie "Die digitalen Deutschen 2019", 3.126 Befragte
Immer mehr Menschen bezahlen kontaktlos.

Deutschland gilt als Bargeldland – das wird auch noch eine Weile so bleiben. Doch die Skepsis gegenüber neuen Bezahlmethoden bröckelt. Besonders in der Gastronomie steigt die Bereitschaft zum mobilen Bezahlen. Das zeigen zwei Studien der Postbank und von PricewaterhouseCoopers.

Vor allem der Zuwachs von Menschen, die entweder die kontaktlose Giro- oder Kreditkarte oder ein Mobilgerät wie Smartphone oder -watch zum Bezahlen nutzen, wird größer. Laut der repräsentativen Postbank-Studie "Die digitalen Deutschen 2019", für die 3.126 Bundesbürger befragt wurden, zahlen 33 Prozent mittlerweile kontaktlos. Im vergangenen Jahr war es erst jeder Fünfte, eine Steigerung um gut 13 Prozentpunkte. Es sinkt auch die Skepsis gegenüber den neuen Bezahlmethoden: Der Anteil derjenigen, die diese Systeme ablehnen, ist von 61 Prozent im vergangenen Jahr auf 47 Prozent geschrumpft.

Platzhirsch beim kontaktlosen Bezahlen per Smartphone oder -watch ist Paypal. 51 Prozent der Deutschen, die diese Möglichkeiten nutzen, setzen auf die Lösung des Unternehmens aus dem kalifornischen San José. Mit deutlichem Abstand folgen Google Pay mit 13, Payback Pay mit 12 und Apple Pay mit 11 Prozent. 
Diese Bezahlsysteme kommen beim kontaktlosen Bezahlen zum Einsatz.
Postbank-Studie "Die digitalen Deutschen 2019", 3.126 Befragte
Diese Bezahlsysteme kommen beim kontaktlosen Bezahlen zum Einsatz.

Unter den Nutzern, die sich noch zurückhalten, spielen vor allem Sicherheitsbedenken eine Rolle: 52 Prozent der Verweigerer fürchten, dass ihnen die Karte oder das mobile Gerät, mit dem sie Mobile Payment nutzen, gestohlen werden könnte. Mangelnde Kenntnis der verschiedenen Anwendungen ist für 23 Prozent der Nicht-Nutzer Grund für die eigene Zurückhaltung. 20 Prozent sind auch der Ansicht, dass der Handel noch nicht flächendeckend auf mobile Bezahlsysteme ausgerichtet ist.
Gründe für die Verweigerung des mobilen Bezahlens.
Postbank-Studie "Die digitalen Deutschen 2019", 3.126 Befragte
Gründe für die Verweigerung des mobilen Bezahlens.

Deutschland Schlusslicht im internationalen Vergleich

Trotz entsprechendem Wachstum sind die Deutschen im internationalen Vergleich stark zurückhaltend. Das offenbart ein Blick in den "Mobile Payment Report 2019", den die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PWC) im März veröffentlichte und der die Akzeptanz moderner Bezahlmethoden in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und der Türkei vergleicht.

Ergebnis: 32 Prozent der Deutschen nutzen kontaktlose Kredit- und Girokarten zumindest hin und wieder, mit dem Smartphone oder anderen mobilen Geräten bezahlen 25 Prozent. Das ist in beiden Rubriken der niedrigste Wert aller untersuchten Ländermärkte. In den Niederlanden etwa bezahlen 70 Prozent mit kontaktlosen Karten, 51 Prozent nutzen auch die Bezahlmöglichkeiten mit dem Handy. Gleichzeitig wird der deutsche Markt wohl stark wachsen: Sowohl in Deutschland wie in Österreich äußerten sich Befragte dahingehend, dass sie diese Bezahlmethode in der nahen Zukunft vermutlich doppelt so oft einsetzen.

Gefragt danach, bei welchen Einkäufen Mobile Payment jetzt schon und in Zukunft wahrscheinlich genutzt wird, steht die Gastronomie weit vorne. Laut der PWC-Studie nennen 41 Prozent der deutschen Befragten hier "Essen und Trinken in Restaurants, Bars und Hotels". Das ist zusammen mit den Kategorien "Zugtickets" und "Mode" der höchste Zustimmungswert. Der Einkauf von Essen und Getränken im Supermarkt erreicht immerhin 40 Prozent. Auch in den anderen Ländermärkten sehen die Befragten Außer-Haus-Ausgaben als eine der wichtigsten Einsatzmöglichkeiten von Mobile Payment.

Deutschland bleibt Bargeldland

Der Blick zurück auf die Postbank-Studie offenbart aber auch: Auch wenn immer mehr Bundesbürger von den Vorzügen mobiler Bezahlmöglichkeiten überzeugt sind, wollen sie nicht komplett aufs Bargeld verzichten. Nur 26 Prozent der Deutschen würden es begrüßen, wenn es gar keine Münzen und Scheine mehr gäbe. Ihr Anteil ist gegenüber dem Vorjahr allerdings um sieben Prozent gestiegen. Vor allem die Digital Natives zeigen sich offen für ein Leben ohne Papiergeld. In der Altersgruppe 18 bis 39 Jahre sprechen sich 43 Prozent für die Abschaffung von Bargeld aus.
Bargeld ist immer noch beliebt und von vielen als notwendig erachtet.
Postbank-Studie "Die digitalen Deutschen 2019", 3.126 Befragte
Bargeld ist immer noch beliebt und von vielen als notwendig erachtet.



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