BfR/BMEL

Weltweit größte Lebensmittelstudie startet


Bundesministerin Klöckner zusammen mit einer Mitarbeiterin des BfR in der MEAL-Küche.
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Bundesministerin Klöckner zusammen mit einer Mitarbeiterin des BfR in der MEAL-Küche.

Mit einer siebenjährigen Studie an 90 Prozent der Lebensmittel, die verzehrt werden, will Bundesernährungsministerin Julia Klöckner eine riesige Datenbasis schaffen. Anfang Juni informierte sie in Berlin am beauftragten Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) über die Ziele der MEAL-Studie.

Das Acronym MEAL steht dabei für Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln. Erstmals untersuche die BfR-MEAL-Studie großflächig, welche Risiken unter anderem durch Stoffe bei der Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln entstehen können. Dazu werden fertige Mahlzeiten untersucht anstatt einzelner Zutaten. So sollen zum Beispiel durchschnittliche Gehalte von Acrylamid in Pommes frites oder Keksen ermittelt werden.

Eigene Küche für die umfangreiche Studie

Etwa 50.000 bis 60.000 Lebensmittel werden für die Studie eingekauft und in einer eigens eingerichteten Küche zubereitet. Anschließend gehen die Ergebnisse ins Labor und werden auf einzelne Stoffgruppen hin analysiert – sowohl gesundheitlich nützliche als auch unerwünschte. Dazu gehören Umweltkontaminanten wie zum Beispiel Dioxine, Schimmelpilzgifte, Nährstoffe, Pflanzenschutzmittel, Tierarzneimittel und Stoffe, die aus Verpackungen in die Lebensmittel gelangen. Untersucht werden sollen dabei regionale und saisonale Unterschiede sowie die Ergebnisse nach verschiedenen Produktionsarten (biologisch/konventionell).

Das BfR untersucht, in welchen durchschnittlichen Konzentrationen Stoffe in verzehrfertigen Lebensmitteln vorkommen. Anhand der Ergebnisse möchte man künftig mögliche chronische Risiken durch stark belastete Lebensmittel besser einschätzen. Als praktischer Nutzen der Studie sind Verzehrempfehlungen angedacht besonders für Menschen mit Unverträglichkeiten.

Die Studie ist laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die größte weltweit, läuft über sieben Jahre und wird mit 13 Mio. Euro gefördert.

Über das Bundesinstitut für Risikobewertung

Durch wissenschaftliche Bewertungen gesundheitlicher Risiken trägt das unabhängige Institut maßgeblich zur Sicherheit von Lebensmitteln, Futtermitteln sowie von Produkten und Chemikalien bei. Neben der Bewertung steht die schnelle und zuverlässige Risikokommunikation im Fokus des BfR. Zentrale Grundlagen für eine effektive Öffentlichkeitsarbeit sind dabei Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Das BfR forscht und berät, um Tierversuche auf das absolut unverzichtbare Maß zu beschränken. Dazu werden Ersatz- und Ergänzungsmethoden validiert.



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