Food Know-how | Palmöl

Alleskönner oder No-go? Palmöl im Check

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In jedem zweiten Produkt steckt Palmöl. Kein anderes Öl kommt häufiger zum Einsatz. Doch so groß der Hunger danach, so verheerend teils die Folgen für Mensch und Natur. Besser verzichten? Eine Analyse.

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Das Multitalent Palmöl findet sich hierzulande in Backwaren, Eis, Fertigprodukten, Margarine, Fleischwaren und vielen anderen Lebensmitteln. Es kommt als Bio-Kraftstoff in den Tank, steckt im Tierfutter für Schweine, Hühner und Rinder, landet in Kosmetika, Reinigungsmitteln und Medikamenten. Global betrachtet kommen drei Viertel des produzierten Palmöls der Ernährung zugute – sei es traditionell zum Kochen, Braten und Frittieren oder eben in weiterverarbeiteten Produkten.

Simpel, handlich, ergiebig, billig

Doch das war nicht immer so. Erst in den 90er Jahren trat das flüssige Gold der Ölpalme "Elaesis guineensis" seinen Siegeszug rund um den Globus an. Der lateinische Name der Pflanze heißt übersetzt "Öl aus Guinea", stammt die Palme doch ursprünglich aus Afrika. Doch was macht das Öl so wertvoll? Es ist geschmacksneutral und bei Raumtemperatur streichfähig. Ein Vorteil, der gegenüber anderen Ölen sticht, muss es doch nicht künstlich gehärtet werden. Beim Härtungsprozess entstehen mitunter gesundheitsschädliche Transfettsäuren, die niemand mehr in seinem Essen haben möchte.

Zudem lässt sich Palmöl hervorragend verarbeiten und weist als einziges Pflanzenöl ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuen auf. Aufgrund dieser herausragenden Eigenschaften kommt es nahezu überall zum Einsatz. Die Folge: Seit 1990 hat sich die Anbaufläche verdreifacht. Hauptproduzenten sind Indonesien und Malaysia, die 85 Prozent des weltweiten Bedarfs abdecken. Danach folgen Thailand, Kolumbien und Nigeria. Was dabei verblüfft? Lediglich auf 7 Prozent der globalen Ackerfläche für die Pflanzenöl-Gewinnung wachsen Ölpalmen. Dies liegt vor allem an dem hohen Ertrag pro Hektar: 3,8 Tonnen sind es im Schnitt (siehe Grafik 52). Und es ist billig zu haben.

Ökologisch und ethisch bedenklich

Den großen Multikonzernen beschert es dennoch sprudelnde Umsätze, sodass sich eine Ausweitung der Anbauflächen lohnt – und das für jeden Preis. Schon seit Jahren prangern Umweltverbände den ausufernden Anbau von Ölpalmen besonders in Südostasien an, weil ohne Rücksicht auf Verluste Millionen Hektar von tropischem Regenwald – sogenannter Primärwald – einfach abgeholzt wurden und teils noch werden. Die Hälfte der Entwaldung Borneos zwischen 2005 und 2015 fusst auf dem Ausbau von Palmölplantagen, berichtet die größte internationale Umweltschutzorganisation, der WWF.

Der hohe Einsatz von zertifiziert produziertem Palmöl gerade bei deutschen Playern und die fatalen Auswirkungen der Rodungen können gv-praxis-Abonnenten im Sommerheft ausführlich nachlesen.  Jetzt im E-Paper lesen
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