Interview

"Besser Symbole nutzen"

Katleen Haefele, Abteilungsleiterin Food Services, Proveg Deutschland.
Proveg
Katleen Haefele, Abteilungsleiterin Food Services, Proveg Deutschland.

Vegan-vegetarische Angebote müssen wohlüberlegt kommuniziert werden, weiß Katleen Haefele. Bei ProVeg Deutschland leitet sie die Abteilung Food Services. Ein Gespräch über die richtige Kundenansprache, das V-Label und Veggie-Aktionen, die ankommen.

Der Trend zur veganen Küche bringt sprachliche Vielfalt mit sich. Pflanzenbasiert, vegan, plant-based – welcher Begriff trägt zu einer gelungenen Kundenansprache bei?
Katleen Haefele: Das kann tatsächlich variieren. Die Bezeichnungen meinen grundsätzlich dasselbe, werden aber unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. In manchen sprachkulturellen Kreisen, wie zum Beispiel in den USA, ruft "vegan" weiterhin eine gewisse Abwehrhaltung hervor und beschreibt in den Augen vieler einen Lebensstil, der mit Verzicht einhergeht. Auf dem deutschsprachigen Markt – und in ganz Europa – ist vegan jedoch ein geläufiger Begriff.

Würden Sie Küchenchefs generell raten, ihre veganen Speisen zu kennzeichnen?
Eine Kennzeichnung der veganen Gerichte macht auf einen Blick deutlich, welche Speisen frei von tierischen Inhaltsstoffen sind. Im Einzelhandel gibt es zur Orientierung beispielsweise das V-Label. Es ermöglicht die klare Produkt-Kennzeichnung.

Gibt es das V-Label auch für Gastronomie und Großküchen?
In Deutschland existiert das Gastro-V-Label noch nicht, in der Schweiz und in Polen gibt es erfolgreiche Best-Practice-Beispiele etwa bei Ikea. Die Herausforderungen sind größer als im Einzelhandel, da Mindeststandards schwieriger zu vereinheitlichen und zu überprüfen sind. Verschiedene Länder im europäischen V-Label-Verbund stecken derzeit in der Pilotphase für die Einzel- und Systemgastronomie. In der Kantine oder im Restaurant sind Gäste noch auf wahrheitsgemäße Aussagen des Personals angewiesen.

Welche Beispiele gelungener Kundenansprache bezüglich pflanzlicher Angebote kennen Sie aus Ihrem Arbeitsalltag?
Im Mai haben wir mit unserem Partner Sodexo eine bundesweite Veggie-Aktionswoche in Schulen organisiert. Sodexo schaffte schon beim Benennen der Aktion eine zielgruppenspezifische Ansprache: "Hin & Veg" ist ein tolles Namensspiel. Die täglichen veganen Gerichte waren mit einem Blatt-Symbol gekennzeichnet.

Das ganz Interview und wie man vegan-vegetarische Ernährung auch in der Gemeinschaftsgastronomie positiv konnotiert einführen kann, lesen Abonnenten in der Oktober-Ausgabe der gv-praxis oder im E-Paper.


Katleen Haefele
Die Berlinerin leitet seit 2016 den Bereich "Food Services & Events" bei Proveg Deutschland. Zuvor war die 38-Jährige fünf Jahre lang Teamleiterin beim Heldenmarkt, eine Messe für nachhaltige Produkte. Haefele ist Diplom-Ingenieurin für Umweltschutz und sattelte im Nachgang ein Master-Studium "Umwelt und Bildung" obendrauf. Seit 2013 ernährt sie sich vegan.
V-Label
Das V-Label ist eine international anerkannte und geschützte Marke zur Kennzeichnung vegetarischer und veganer Produkte. Lebensmittel sowie Kosmetik- und Körperpflegeprodukte, die das V-Label tragen, sind garantiert ohne tierische Inhaltsstoffe und Hilfsstoffe hergestellt. Tierversuche sind weder für das Produkt noch für seine Bestandteile erlaubt. Lizenzgeber für das V-Label in Deutschland ist Proveg.




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