Kolumne Dr. Steffen Schwarz

Zeit für Individualität

Dr. Steffen Schwarz, Coffee Consulate
Luca Siermann
Dr. Steffen Schwarz, Coffee Consulate

Regionalität und Saisonalität sind in der innovativen Gastronomie voll angekommen. Nachhaltigkeit, Klima- und Naturschutz nehmen ebenfalls mehr Raum ein.

Diese Kolumne erschien zuerst in der Juni-Ausgabe der foodservice (E-Paper).

Was liegt also näher als individuelle Kaffeekonzepte, die über den reinen Aspekt eines Kaffees als Wachmacher oder ein leidenschaftslos hergestelltes Kaffeegetränk hinausgehen? Kaffee von regionalen Röstereien ist da sicherlich ein Anfang – wobei man sich klarmachen sollte, dass das Thema beim Rohkaffee begonnen werden sollte und muss.

Letztendlich kommt es auf den Geschmack an – und der wird maßgeblich von den Anbau- und Verarbeitungsbedingungen sowie der Röstung und der anschließenden Zubereitung bestimmt.

Es macht daher Sinn, zunächst verschiedene Rohkaffees zu verkosten und daraus einen eigenen Kaffee zu kreieren – so hat man mit dem auf das Wasser am eigenen Standort abgestimmten Röstprofil eine echte USP. Sei es mit einer ausgewogenen Mischung oder einem sortenreinen Kaffee – vielleicht sogar einen Single Estate von einer Farm oder, noch besser, gleichgesetzt mit einem Wein, einem Parzellenkaffee, also Kaffee von einer einzigen Lage einer Kaffeefarm.

Emotionale Bindung dank Kaffee

Dieser Kaffee, der dann als Filterkaffee, Café Crème oder auch als Espresso geröstet wurde, kann neben dem Ausschank als Bohnenkaffee an den Gast verkauft werden, schafft damit zusätzliche Umsätze und stellt vor allem aber emotionale Bindungen her. Nicht ohne Grund bieten große Anbieter aus der Gastronomie und Hotellerie immer mehr eigene Produkte für die Kunden zu Hause an.

Aus dem eigenen Kaffee können neben den Kaffeeklassikern eigene, auf den Kaffee und sein Flavourprofil abgestimmte Kaffeegetränke passend zu Speisen und Jahreszeiten angeboten werden. Somit wird Kaffee zur echten USP und zum emotionalen Marketinginstrument.


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