Kolumne

Dr. Steffen Schwarz zu Kaffeeklassikern mit Alkohol

Dr. Steffen Schwarz, Coffee Consulate, Mannheim
Luca Siermann
Dr. Steffen Schwarz, Coffee Consulate, Mannheim

Mit jeder Spirituose lässt sich im Prinzip ein entsprechendes traditionelles Kaffeegetränk zubereiten. Die Rezepturen basieren stets auf den regionalen Alkohol-Spezialitäten. Kreiert wurden diese Kaffee-Hochprozentiges-Mischungen ursprünglich, um Wärme zu spenden. Irish Coffee beispielsweise wurde am Shannon Airport in Irland erfunden, wo die ersten Übersee-Flugzeuge in die USA starteten.

Gegen die Kälte an Bord, den Hunger und als probates Mittel gegen Flugangst entwickelte man Irish Coffee: Kaffee mit ungetorftem Irish Whiskey, Sahne und Zucker. Richtig zubereitet, schmeckt dieser Klassiker wie ein hausgemachter Baileys: 4 cl Irish Whiskey plus ein wenig Zucker im Glas mit dem Dampfrohr an der Espressomaschine erhitzen, mit Kaffee auffüllen und die ganz leicht aufgeschlagene, eiskalte Sahne hineingeben. Warm trifft auf kalt, cremig auf flüssig und bitter auf süß. Daraus resultiert ein sensationelles Geschmackserlebnis.

Eine ähnliche Geschichte gibt es zum Fiaker aus Wien. Die Kutscher der gleichnamigen Pferdegespanne brauchten etwas Wärmendes mit Sättigungseffekt. Während der alkoholfreie Einspänner aus Kaffee, Sahne und Zucker besteht, bringt der Fiaker quasi eine Pferdestärke mehr mit – für die nötige Power sorgt Cognac.

Kaffee und Espresso werden in vielen Ländern mit einem Destillat abgerundet. In Italien gibt es beispielsweise den Caffè corretto, einen mit Grappa ‚korrigierten‘ Espresso. Zahlreiche Kaffeesorten lassen sich zusätzlich sehr gut mit Sahne kombinieren, denn die enthaltenen Proteine sorgen für eine besondere Textur. Neben Irish Coffee und Fiaker gibt es aus Deutschland den Rüdesheimer Kaffee mit Weinbrand (klassischerweise mit Asbach Uralt) und den Pharisäer Kaffee mit Rum.


https://coffee-consulate.com/de/



stats