Lebensmittelkontrolle

Masthähnchen häufig belastet

Hähnchenfleisch ist häufig mit Campylobacter-Bakterien infiziert.
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Hähnchenfleisch ist häufig mit Campylobacter-Bakterien infiziert.

Die Bakterien Campylobacter haben mittlerweile Salmonellen als häufigsten Erreger für Durchfallerkrankungen in Deutschland abgelöst. Kontaminiertes Geflügelfleisch gilt als eine der Hauptquellen für eine Infektion mit Campylobacter.
Bei den im Jahr 2016 von den Überwachungsbehörden untersuchten Masthähnchen-Schlachtkörpern konnte der Krankheitserreger in mehr als drei Viertel aller genommenen Halshautproben nachgewiesen werden, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kürzlich mitteilte. Bei etwa einem Viertel der Proben lagen die Campylobacter-Keimzahlen über dem ab 2017 EU-weit geltenden Prozesshygienekriterium von 1.000 koloniebildenden Einheiten pro Gramm (KbE/g).

„Geflügelfleisch ist zu häufig mit Campylobacter belastet“
Dr. Helmut Tschiersky, Präsident, BVL

Neues Kriterium in der Prozesshygiene

Das Prozesshygienekriterium für Campylobacter wird eingeführt, um die hohe Kontaminationsrate in der Geflügelfleischkette zu senken. Künftig müssen Betriebe, deren Schlachttiere eine Campylobacter-Keimzahl oberhalb von 1.000 KbE/g
aufweisen, geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der Prozesshygiene einleiten. BVL-Präsident Dr. Helmut Tschiersky ist zuversichtlich, dass die Einführung des europaweiten Prozesshygienekriteriums zu einer verbesserten Geflügelschlachthygiene führen werde.

Bei Salmonellen in der Geflügelfleischkette konnten mit den EU-weiten Maßnahmen in den Haltungsbetrieben bereits Erfolge erzielt werden. Waren im Jahr 2011 noch 17,8 Prozent der getesteten Proben von Masthähnchen Salmonella-positiv, betrug deren Anteil fünf Jahre später nur noch 6,7 Prozent. Campylobacter und Salmonellen lösen beim Menschen Durchfallerkrankungen aus. Bei geschwächten Personen können sie zu schweren Komplikationen führen. Beide Erreger sind nicht hitzeresistent.

www.bvl.bund.de

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