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Veggie-Produkte pushen – 5 Top-Tipps

Mit der Namensgebung Impossible Whopper habe Burger King alles richtig gemacht, wertet das WRI. Der Name verheiße Genuss und nicht Verzicht.
Burger King
Mit der Namensgebung Impossible Whopper habe Burger King alles richtig gemacht, wertet das WRI. Der Name verheiße Genuss und nicht Verzicht.

Der Klimawandel fordert einen grundlegenden Richtungswechsel bei der Lebensmittelproduktion, so die NGO World Resources Insitute (WRI) in Washington und findet, die Foodservice-Industrie, allen voran die großen QSR-Ketten, könnte diesen Wandel vorantreiben. Damit der Sortimentsumbau gelingt, gibt das Forschungsinstitut fünf einfache Tipps, die den Veggie-Absatz pushen.

Die Gastronomie spiele eine Schlüsselrolle, wenn es darum gehe, das Essverhalten der Konsumenten zu prägen und zu verändern, heißt es in einem Bericht des World Resources Insitute. QSR-Marken wie Burger King, McDonald’s, KFC, Pizza Hut und Taco Bell seien dabei in den USA die Schwergewichte, die etwas bewegen könnten. Schließlich esse einer von drei US-Amerikanern täglich in einem Fast-Food-Restaurant.

Das WRI verweist auf die Verhaltensforschung und basiert darauf fünf Tipps, die der Gastronomie zu einem höheren Absatz pflanzlicher Produkte verhelfen sollen – und die sowohl schnell umsetzbar also auch kostengünstig sind:

1. Heben Sie auf der Speisekarte die positiven Eigenschaften vegetarischer Gerichte hervor!
Pflanzliche Gerichte müssen sowohl gut schmecken als auch effektiv vermarktet werden, um die Nachfrage zu steigern. Den Absatz fördern Formulierungen, die den Geschmack betonen, sich auf die Herkunft beziehen oder den Gästen helfen, ein Gericht zu visualisieren. So stellte beispielsweise die Marke Panera Bread fest, dass die Änderung des Namens einer der Suppen im vegetarischen Sortiment von "fettarmer schwarzer Bohne" zu "kubanischer schwarzer Bohne" die Nachfrage signifikant pushte. Ein anderes Beispiel ist der Impossible Whopper, der laut WRI die gleichen positiven Erwartungen wecke wie der Produktname Burger King original Whopper – indem der Unterschied zum fleischbasierten Original minimiert werde. Einige andere interessante Namen für Burger auf pflanzlicher Basis sind Beyond Meat's "Beast Burger", Dirty Burger's "Dirty Cop Out" oder Burger Craft's "Pleasured by Veg". Alle stehen für Zufriedenheit und Genuss. Stelle man den Fleischverzicht dagegen zu stark in den Fokus, spreche man wahrscheinlich eine kleinere, spezielle Zielgruppe an.

2. Listen Sie vegetarische Gerichte im Hauptteil des Menüs auf, nicht in einem separaten Abschnitt für Vegetarier!
Restaurants sollten pflanzliche Optionen direkt neben Fleisch auf Speisekarten oder in Regalen anbieten. Untersuchungen des WRI und anderer zeigen, wie wichtig die Platzierung für die Entscheidung der Gäste ist. Im Januar 2019 brachte die britische Bakery-Kette Greggs eine vegane Alternative zu ihrem Würstchen im Schlafrock auf den Markt – einem ihrer Besteller mit einem Absatz von etwa 2,5 Millionen Stück pro Woche. Greggs legte die vegane Version und das Original nebeneinander in die Verkaufsregale, verzichtete auf auffällige Vegan-Etiketten und stellte sicher, dass die beiden Produkte gleich aussahen. Das Ergebnis war Umsatz-Steigerung um 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten sieben Wochen nach Einführung.

3. Erhöhen Sie das Angebot an pflanzlichen Gerichten!
Abgesehen von pflanzlichen Burgern sollten Fastfood-Restaurants eine größere Auswahl pflanzlicher Fleischalternativen in ihre Menüs aufzunehmen. Dies erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Gäste eine fleischlose Option finden, die sie essen möchten. Zudem wird signalisiert, dass pflanzliche Optionen eine reguläre, akzeptable und lohnende Wahl sind. Die skandinavische Burger-Kette Max Burger war 2016 mit der Markteinführung ihrer "Grünen" Burgergerichte erfolgreich, einschließlich einer Reihe fleischfreier Alternativen wie Falafel und ein Burger mit einer Mischung aus Rindfleisch und Soja. Seit ihrer Einführung hat Max seinen Umsatz mit rotem Fleisch von 87 Prozent im Jahr 2015 auf heute 60 Prozent gesenkt. Der Umsatz mit dem "grünen" Burger stieg von 2 Prozent auf 20 Prozent des Umsatzes.

Die skandinavische Burgerkette Max begann 2016 mit der Einführung der "Green Family". Die fleischlosen Produkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
Max Burger
Die skandinavische Burgerkette Max begann 2016 mit der Einführung der "Green Family". Die fleischlosen Produkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
4. Bieten Sie Ihren Gästen Gratis-Proben neuer Angebote auf Pflanzenbasis an!
Gratis-Kostproben erleichtern Gästen den Schritt, neue pflanzliche Optionen auszuprobieren und Vorurteile bezüglich des Geschmacks zu überwinden. Studien zeigen auch: je vertrauter ein Produkt, desto höher beliebter wird es.

5. Mitarbeiter als Fürsprecher gewinnen!
Empfehlen die Mitarbeiter ein pflanzliches Produkt, kann die Nachfrage steigen. Dabei sollten Geschmack und Qualität im Vordergrund stehen und nicht der Nutzen für Umwelt oder Gesundheit. Diesen Ansatz verfolgte beispielsweise die Hotelkette Hilton bei der Vermarktung eines neuen Burgers im vergangenen Jahr. Das Patty enthielt 70 Prozent Fleisch und 30 Prozent Pilze. Damit hat es einen geringeren Carbon Footprint als ein traditioneller Burger. Um die besten Verkaufsargumente kennenzulernen, wurden die Servicemitarbeiter vor der Schicht geschult und kosteten selbst das den neuen Burger. Die Verkäufe waren damit vom Start weg positiv.
 
Diese fünf sowie weitere 18 Empfehlungen lassen sich in einem Report des Better Buying Lab, der laut WRI demnächst veröffentlicht wird, nachlesen.

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