Mobile Payment

Mit dem Handy die Zeche zahlen

Mobile Payment ist auf dem Vormarsch.
Oracle
Mobile Payment ist auf dem Vormarsch.

Während die Kreditkartenzahlung sich bei Restaurants in Deutschland erst in jüngerer Zeit gut etabliert hat, ist schon die nächste wichtige Neuerung in Sicht: Zahlen mit dem Smartphone. Gastronomen sollten sich das Umsatzpotenzial mittelfristig nicht entgehen lassen



Die Vielfalt bargeldloser Zahlungsmöglichkeiten ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Tatsache ist jedoch: Bequem und bargeldlos bezahlen zu können, wird heute von vielen Gästen als selbstverständlich vorausgesetzt. Gastronomie-Betriebe, die sich darauf nicht einstellen, lassen sie sich Kundschaft und Umsatz entgehen.

Karten-basierte Zahlungen sind inzwischen ein Muss

Noch ist die Girocard die in Deutschland meistverbreitete Geldkarte. Ergänzend dazu gehören die internationalen Debit-Karten Maestro und Visa Electron zu den häufigen Zahlungsangeboten. International ist dagegen die Kreditkarte das beliebteste Zahlungsmittel. Auch in Europa steigen die Umsätze, die über Kreditkarten abgewickelt werden, kontinuierlich. Im Unterschied zur Bankkarte (Debit-Karte, häufig noch EC-Karte genannt) belasten Ausgaben das Kundenkonto in der Regel erst später und erzeugen so nachgelagerte Prozesse für den Gastronomen. Varianten beim Zahlungsvorgang mit Karte sind PIN-Eingabe, Unterschrift oder – neu - auch kontaktlos. Kontaktlos zahlen bedeutet vor allem eine schnellere Abwicklung: Karte vor ein Lesegerät halten, fertig. Das ist besonders bei kleineren Beträgen praktisch.

Studie zum Nutzungsverhalten

Um mehr über den Umgang der zwischen 1981 und 1999 geborenen Generation der ‘Millennials‘ mit Technologie zu erfahren, hat Oracle Hospitality die globale Studie ‘Millennials und Hospitality: Service neu definiert‘ in Auftrag gegeben, für die ein unabhängiges Forschungsunternehmen über 9.000 Millennials in acht Ländern befragt hat – darunter einige, die in den letzten fünf Jahren selbst in der Branche gearbeitet haben. Insgesamt sind 39 % der Umfrageteilnehmer daran interessiert, mit ihrem Smartphone oder Tablet zu bezahlen. Allerdings ist dieser Wunsch je nach Region sehr unterschiedlich stark ausgeprägt: Während sich in Japan nur 19 % einen solchen Service wünschen, ist die Nachfrage in Brasilien (55 %) und Mexiko (53 %) am größten. In den USA (44 %) und Großbritannien (43 %) besteht etwa gleich viel Interesse am mobilen Bezahlen.

Trotz des noch übersichtlichen Angebots haben demnach gut 15 % der deutschen Millennials Speisen und Getränke schon einmal mit einem mobilen Endgerät bezahlt. Noch mehr würden sich diese Möglichkeit wünschen: 29 % der deutschen Millennials würden ihr mobiles Endgerät gern zum Bezahlen nutzen.

Das Akzeptieren von Kartenzahlungen ist für Gastronomie-Betriebe eine wichtige Voraussetzung, um Umsatzpotentiale für den eigenen Betrieb überhaupt erst nutzbar zu machen: Geschäftskunden sind oft angewiesen, Betriebe mit Kartenzahlung auszuwählen, da Geschäftsessen über die Firmenkreditkarte gezahlt und direkt ins Spesenmanagementsystem übertragen werden sollen. Aber auch Privatkunden nutzen gerade bei höheren Rechnungsbeträgen bevorzugt die Karte als Zahlungsmittel. So bremst fehlende Kartenzahlungsmöglichkeit den Konsum, wenn Gäste zu wenig Bargeld bei sich tragen. Wer weiter nur auf Bargeld setzt, riskiert über kurz oder lang den Verlust von Kunden. Wichtig für den Gast wie auch für den Gastronomen ist allerdings: Das Bezahlen mit der Karte muss einfach, schnell und sicher sein.

Techniken für das Zahlen mit dem Smartphone (Mobile Payment)

Wer kontaktlose Kartenzahlung akzeptiert, ist bereits heute für bargeldlose Zahlungen mit dem Smartphone gerüstet. ‘Mobile Payment‘ lautet der neue Begriff dafür. Und das ist, darin sind sich Experten einig, der nächste Schritt in Richtung eines zunehmend bargeldlosen Alltags. Das  Verfahren hat für Verbraucher deutliche Vorteile: Käufer müssen keinerlei Bargeld mehr mit sich führen. Das Smartphone dient als Geldbörse.


In anderen Teilen der Welt erobert diese Methode längst die Märkte. In Deutschland ist man in Bezug auf dieses Verfahren jedoch weiterhin eher skeptisch. Grund dafür sind zum einen die Risiken, die mit der bargeldlosen Geldübermittlung einhergehen, zum anderen sorgt aber auch die unübersichtliche Anbieterauswahl für erhebliche Verunsicherung. Zwar steigt die Zahl der entsprechend ausgerüsteten Kassen kontinuierlich, doch nach wie vor fehlt es in Deutschland  an einem lückenlosen Netz für dieses Bezahlverfahren.

Verschiedene Konzepte und Mangel an Dichte

Für interessierte Nutzer ist derzeit das größte  Problem, dass es zahlreiche voneinander unabhängige Anbieter mit zum Teil recht unterschiedlichen Konzepten zur mobilen Bezahlung auf dem Markt gibt. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Begeisterung für mobile Bezahlverfahren hierzulande bisher in Grenzen hält. Zudem sind manche Anbieter am Markt nicht stabil, was den Aufbau von Vertrauen zusätzlich erschwert. Selbst namhafte Telekommunikationsanbieter scheitern an der Etablierung ihrer Apps. Gleichzeitig kommen regelmäßig neue Applikationen auf den Markt, die Nutzung und Funktionalität werden schrittweise intuitiver.

Standardisierung ist der Schlüssel für ein Mobile Payment Netzwerk

Der wichtigste nächste Schritt für den richtigen Durchbruch von Mobile Payment-Verfahren muss also die Standardisierung dieser Form des Zahlungsverkehrs sein. In den USA gehen die drei großen Konzerne Google mit Android Pay, Samsung mit Samsung Pay und Apple mit Apple Pay bereits in diese Richtung. Sie kooperieren mit verschiedenen Banken, um ein wachsendes Netz für Mobile Payment anbieten zu können.

Die Vorreiter in Deutschland

Gegenwärtig sind Payback Pay, DB Mobile, Boon und Vodafone Wallet die größten Systemanbieter für die mobile Bezahlung in Deutschland. Kleinere Anbieter kurbeln den Wettbewerb jedoch weiter an.



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