Modell-Projekt Nudging

Anstoß für eine gesündere Wahl beim Essen

Kleine Hinweise wie Sticker und Farben lenken den Griff zu gesünderen Wahl.
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Kleine Hinweise wie Sticker und Farben lenken den Griff zu gesünderen Wahl.

Nudging hilft Menschen dabei, eine gesündere Speisenauswahl zu treffen. Erstmals zeigt ein Modellprojekt im Bereich Gemeinschaftsgastronomie, dass die Methode der „kleinen Stupser“ sehr effektiv ist. Was genau es mit Nudging auf sich hat, erläutert Christine Röger, Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung des Freisinger Kompetenzzentrums für Ernährung.

Rad oder Bus? Soll ich mir noch einen Nachtisch genehmigen? Jeden Tag treffen wir etwa 100.000 Entscheidungen, davon ca. 200 in Richtung Ernährung. Vor allem Entscheidungen, die einen gesunden Lebensstil betreffen, stellen für viele Menschen eine tägliche Herausforderung dar.

Meistens entscheiden wir unbewusst

Tatsächlich treffen wir über 90 Prozent unserer Entscheidungen eher unbewusst und schnell und beileibe nicht rational. Damit hat sich der Nobelpreisträger Richard Thaler beschäftigt. Gemeinsam mit dem Rechtswissenschaftler Cass Sunstein thematisiert er in deren Buch „Nudge: Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness“ (deutsch Nudge: Wie man kluge Entscheidungen anstößt) Verhaltensanstöße.

Erfolgreiches Modell-Projekt

Dass sich die Methode des Nudgings auch auf die Gemeinschaftsverpflegung übertragen lässt, zeigt das Modellprojekt „Smarter Lunchrooms im GV-Praxistest“. Das Projekt basiert auf einer Kooperation des Kompetenzzentrums für Ernährung (KErn) und der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, vertreten durch Prof. Dr. Gertrud Winkler, und wurde von der Techniker Krankenkasse gefördert.
Das Projekt
Laufzeit: Juli 2016 bis Februar 2018
Projektteam: Prof. Dr. Gertrud Winkler (Hochschule Albstadt-Sigmaringen), Barbara Berger (KErn), Birgit Filipiak-Pittroff (Statistische Beratung und Auswertung), Agnes Streber und Angela Hartmann (Ernährungsinstitut Kinderleicht, München)
Ziele: Konsum ...
... steigern: Wasser, Gemüse und Salat, Obst, Vollkornprodukte
... reduzieren: zuckergesüßte Getränke, Fleisch und Fleischprodukte, fett- und zuckerhaltige Snacks, Süßigkeiten

Langfristig gesünder gewählt

Die Ergebnisse des Projektes sind sehr positiv. An der Hochschulmensa stieg der Anteil veganer und vegetarischer Speisen langfristig, also um 10,1 Prozent nach einem Jahr. Der Griff nach einem Salat steigerte sich um 4,7 Prozent. Auch der Obstkonsum zeigte einen langfristigen positiven Verlauf. Die Veränderungen hin zu einer gesundheitsförderlichen Ernährung lagen damit zwischen 0,8 und 11 Prozent.

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