Oxford-Studie

Teures Fleisch schont Gesundheit und Klima

Wer zu viel Fleisch isst, gefährdet seine Gesundheit und belastet Klima und Gesellschaft, so die Studie der Universität Oxford.
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Wer zu viel Fleisch isst, gefährdet seine Gesundheit und belastet Klima und Gesellschaft, so die Studie der Universität Oxford.

Zigtausende weniger Tote pro Jahr in Deutschland, wenn Wurst und Fleisch hoch besteuert würden. Dies hat eine Studie der Universität Oxford als einen von mehreren positiven Effekten einer hohen Fleischsteuer errechnet.

In Deutschland ließen sich der Studie zufolge 19.000 Todesfälle jährlich vermeiden, wenn die Preise für unverarbeitetes Fleisch von Rind, Schwein und Schaf um 28 Prozent, für Produkte wie Würstchen, Schinken oder Speck sogar um 166 Prozent stiegen. Um vier Milliarden US-Dollar könnte die Volkswirtschaft entlastet werden, so die Untersuchung, die jetzt in der Fachzeitschrift Plos One veröffentlicht wurde. Die Zahl entspricht den Kosten für die Behandlung von Krebs- und Herzkreislauferkrankungen infolge zu hohen Fleischkonsums inklusive dem so verursachten Produktivitätsverlust.

Zu viel des Guten

Im Schnitt verzehren die Menschen in Deutschland etwa doppelt so viel Fleisch und Wurst, wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, nämlich nicht mehr als 300 bis 600 Gramm pro Woche. Die Wissenschaftler rund um Marc Springmann von der Oxford-University kommen zu dem Ergebnis, dass die errechnete Steuer den Konsum um 37 Prozent (verarbeitetes Fleisch) bzw. 3 Prozent (unverarbeitetes Fleisch) reduzieren würde. Dann läge der durchschnittliche Verzehr immer noch bei 950 Gramm pro Woche. Rund zwei Drittel der Kosten für die Volkswirtschaft könnten damit eingespart werden, so die Schätzung. Auch das Klima würde profitieren: Die geringere Fleischproduktion bedeute etwa fünf Prozent weniger Treibhausgase.

Globale Perspektive

Um rund 220.000 Menschen davor zu bewahren, vorzeitig an den Folgen zu hohen Fleischverzehrs zu sterben, müssten die Preise für verarbeitetes Fleisch weltweit um 25 Prozent ansteigen, für unverarbeitetes Fleisch um vier Prozent. Die Wissenschaftler befürworten eine "Gesundheitssteuer", weil sie ein wichtiges Signal der Politik an die Verbraucher wäre: Zu hoher Fleischkonsum belastet Gesundheit, Wirtschaft und Klima, so das Fazit.




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