Praxis-Tipp der BGN

Arbeitsunfall: Wann man zum D-Arzt muss

Durchgangsärzte sind besonders geschult, wenn es um Arbeitsunfälle geht.
BGN
Durchgangsärzte sind besonders geschult, wenn es um Arbeitsunfälle geht.

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hat einen wichtigen Tipp: Nach einem Arbeitsunfall müssen Arbeitnehmer in bestimmten Fälleneinen sogenannten Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen. Etwa, wenn man anch dem Unfall arbeitsunfähig ist.

Oft unbekannt: Über 52 Millionen Menschen stehen bei Arbeits- und Wegeunfällen unter dem Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaften. Die effektive Versorgung Unfallverletzter durch die gesetzliche Unfallversicherung basiert auf der engen Begleitung der Betroffenen und der intensiven Kontrolle des Heilverfahrens. So kennt die zuständige Berufsgenossenschaft immer den aktuellen Behandlungsstand und kann, wenn notwendig, eingreifen.

D-Ärzte sind besonders qualifiziert

Ein wichtiger Teil des berufsgenossenschaftlichen Versorgungssystems ist das Durchgangsarzt-Verfahren ("D-Arzt-Verfahren"). Hierbei stellen bundesweit rund 3.500 unfallmedizinisch eigens qualifizierte Chirurgen und Orthopäden in medizinisch- technisch besonders ausgestatteten Einrichtungen nach einem Unfall die bestmögliche medizinische Erstversorgung sicher. D-Ärzte legen so bereits zu Beginn die beste Grundlage für den weiteren Verlauf eines Heilverfahrens.
Das Verfahren stellt die bestmögliche Rehabilitation sicher ohne wirtschaftliche Aspekte außer Acht zu lassen. Ein D-Arzt muss aufgesucht werden, wenn man nach einem Arbeits- oder Wegeunfall
  • arbeitsunfähig ist,
  • voraussichtlich mehr als eine Woche medizinisch behandelt werden muss,
  • Heil- und Hilfsmittel verordnet bekommt
  • oder wenn man an den Unfallfolgen wiedererkrankt.

Steuerung des Heilverfahrens

Bestellt und qualitätsgeprüft sind sie durch die Landesverbände der gewerblichen Berufsgenossenschaften. Der D-Arzt entscheidet nach einem Arbeitsunfall über die weitere Behandlung und ob weitere Fachärzte hinzugezogen werden. Er steuert das Heilverfahren und informiert die jeweilige Berufsgenossenschaft über die eingeleitete Behandlung wie auch regelmäßig über den Stand des Heilungsprozesses. So ist im Sinne des Verletzten die stete Kontrolle des Heilungsfortschrittes gewährt. In jedem Unternehmen sollte die Adresse des nächsten D-Arztes bekannt sein, am besten ausgehängt neben den Informationen zur Ersten Hilfe. 

Die BGN ist seit 1885 die gesetzliche Unfallversicherung für die Unternehmen der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, des Hotel- und Gaststättengewerbes, des Bäcker- und Konditorenhandwerks, der Fleischwirtschaft, von Brauereien und Mälzereien sowie von Schausteller- und Zirkusbetrieben. Alle Beschäftigten in diesen Betrieben sind kraft Gesetzes bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten bei der BGN versichert – zurzeit rund 3,5 Millionen Menschen in über 400.000 Betrieben.

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