Steuerrecht

Frühstück ohne Butter?

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Wann ist ein Frühstück ein Frühstück im steuerlichen Sinne, das als Sachbezug in Form eines Frühstücks lohnzuversteuern ist? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Finanzgericht Münster.

Für die Richter reichen dafür trockene Brötchen und Kaffee nicht aus. Im konkreten Fall (Streitzeiträume 2008 bis 2011) stellte der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern und Kunden sowie Gästen arbeitstäglich eine Auswahl verschiedener Brötchen ohne Aufschnitt oder andere Beläge zur Verfügung. Gleichzeitig konnte kostenlos ein Heißgetränkeautomat genutzt werden. Die Lohnsteueraußenprüfung sah in dieser zur Verfügung gestellten Verpflegung, die größtenteils vormittags verzehrt wurde, einen Sachbezug in Form eines Frühstücks und unterwarf den jeweils entsprechenden Sachbezugswert der Lohnsteuer.

Das sah das Finanzgericht Münster anders. Für das Finanzgericht Münster erfordert ein Frühstück in Form von Brötchen oder Backwaren in Kombination mit Heißgetränken nach allgemeiner Lebensauffassung und allgemeinem Sprachgebrauch auch einen entsprechenden Brotaufstrich. Für das Gericht unterfallen die Zuwendungen in Form der trockenen Brötchen und Heißgetränke dem allgemeinen Begriff der „Kost“ im Sinne des § 8 Abs. 2 Satz 1 Einkommenssteuerrecht (EStG). Da im Fall die dafür maßgebliche Sachbezugsgrenze von monatlich 44 Euro pro Arbeitnehmer nicht überschritten war, hob das Finanzgericht den Nachforderungs- und Haftungsbescheid insoweit auf.

Abzuwarten bleibt nun, welche Anforderungen der Bundesfinanzhof (BFH) an ein „steuerliches Frühstück“ stellt. Gegen das Urteil ist laut Finanzgericht Münster vom 2. Oktober 2017 Revision beim BFH anhängig.

Ein Beitrag von Hans-Ulrich Dietz

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