Studie

Mit Freude essen auch im Alter

Ältere Menschen möchten möglichst lange nach ihrem Geschmack leben und essen.
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Ältere Menschen möchten möglichst lange nach ihrem Geschmack leben und essen.

Senioren wünschen sich eine Ernährung nach eigenen Vorstellungen. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Ernährungsstile und Visionen selbstständig lebender älterer Menschen" des Instituts für Biomedizin des Alterns (IBA). Das Projekt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurde von der Karl-Düsterberg-Stiftung gefördert. Mitte Mai wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Sich so lange wie möglich selbst versorgen zu können, wünschen sich alle befragten 75- bis 85-Jährigen, so die Studie. Hinzu kommt der Wunsch, sich nach den eigenen Wert-, Geschmacks- und Qualitätsvorstellungen zu ernähren. Zwei andere wichtige Anliegen der Senioren sind es, über Ernährung gut informiert und sozial integriert zu sein. Sie wünschen sich Gesellschaft beim Einkaufen, beim Kochen und auch beim Essen. Nur etwa 28 Prozent der über 84-Jährigen essen regelmäßig gemeinsam mit Freunden oder Familie.
„Regionale, traditionelle und saisonale Speisen werden auch in Zukunft eine große Rolle spielen.“
Prof. Dr. Dorothee Volkert, IBA

Vielfältige Angebote sind gefragt

Ziel der Studie war es, zu erkennen, an welchen Stellen Unterstützung gebraucht wird und wie diese aussehen sollte. Berücksichtigt werden müssen unterschiedliche Gesundheitszustände, Vorlieben, Wohnsituationen und Finanzrahmen. Waren im Jahr 2015 noch 4,7 Millionen Menschen in Deutschland über 80 Jahre alt, rechnen Schätzungen bis 2050 mit etwa 9,9 Millionen über 80-Jährigen. Diese künftigen Senioren werden jedoch unter anderem über deutlich bessere digitale Kompetenzen verfügen und mobiler kommunizieren als Hochbetagte im Jahr 2018. 

Studienaufbau

Für die Studie wurden in den Jahren 2016/17 Senioren interviewt, die selbstständig im Privathaushalt leben, keinen Pflegebedarf haben und zwischen 75 und 85 Jahre alt waren. Die Ergebnisse wurden in zwei Gruppen ausgewertet, die mit Experten aus Wissenschaft, Medizin, Psychologie, Gerontologie sowie Dienstleistern der Ernährungsversorgung besetzt waren.

Institut und Stiftungen

Das Institut für Biomedizin existiert seit 1980 und verfügt über eine Stiftungsprofessur (Theo und Friedl Schöller-Stiftung) für klinische Ernährung im Alter, die Prof. Dr. Dorothee Volkert seit 2009 innehat. Die Karl-Düsterberg-Stiftung wurde 1988 durch Apetito-Gründer Karl Düsterberg ins Leben gerufen. Sie fördert Wissenschaft, Forschung, Bildung und Erziehung im Zusammenhang mit Lebensmitteln, Lebensmitteltechnologie, Ernährung und Ernährungsphysiologie sowie die berufliche Bildung des Lebensmittelbereiches.



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