Talk zu Technik in der Gastronomie

"Den dritten Ort mit analogem Leben füllen"

Barbara Schindler, Thomas Nelis, Patrick Rüther und Angela Altvater im Gespräch.
Thomas Fedra
Barbara Schindler, Thomas Nelis, Patrick Rüther und Angela Altvater im Gespräch.

Im Nachmittagstalk im Café Future live diskutierten die Gastronomen Patrick Rüther (u.a. Bullerei, Überquell) und Thomas Nelis (Ameron Hotel) sowie Angela Altvater vom Online-Reservierungssystem OpenTable über die Bedeutung der Technik für die Gastronomie. Durch den Talk führte Barbara Schindler vom Fachmagazin foodservice.

Angela Altvater verwies auf die Studie "Technologie und Essen gehen" von OpenTable aus dem Jahr 2017. Demnach sei für Gäste vor allem wichtig, vor dem Restaurantbesuch eine Speisekarte online zu finden und einen Tisch reservieren zu können. Kleineren Gastronmien empfahlen die Teilnehmer der Runde, sich starke Partner zu suchen, die die digitale Infrastruktur stellen. Sonst gebe es die Gefahr, zu viele "Nebenkriegsschauplätze" (Rüther) zu eröffnen.

Auf die Frage, ob Gastronomen im Gegenzug auch über die Gäste im Vorfeld recherchieren, winkten Nelis und Rüther zumindest für ihre Fälle ab. Rüther ergänzte aber, er fände es zumindest interessant zu wissen, wer da vor ihm sitze. So könne man eventuell den Service verbessern.

Einig war sich die Runde über die Wichtigkeit von Online-Bewertungsportalen wie Tripadvisor. Hier müsse man sichtbar sein und sich um die Nutzer kümmern, gerade auch als kleinere Gastronomie. 

Rüther beklagt Fehlen von einheitlichen Digital-Lösungen

Beim Thema mobiles Bezahlen wurde Rüther emotional: "Es geht mir tierisch auf den Keks, dass es für die Gastronomie hier keine ordentliche Lösung gibt." Hier sehe er echtes Potenzial.  Auch beklagte er, dass es bei weiteren digitalen Tools für Gastronomen zu viele Insellösungen gebe, etwa eine für Personalplanung und eine andere für die Warenwirtschaft. 

Nelis merkte an, dass die Gastronomie in Sachen digitalen Tools von der Hotellerie lernen könne. Hier sei man stellenweise schon weiter, wie etwa bei der Einbindung von Buchung- und Bewertungs-Tools.

Nach ihrem Ausblick für die Zukunft gefragt, stimmte die Runde überein. Zwar werde der Anteil an Technik am täglichen Leben zunehmen, doch gerade für das gastronomische Erlebnis blieben gute Qualität und Service vor Ort entscheidend. Rüther formulierte es zum Abschluss so: "Für die Masse der Menschen wird die Welt immer digitaler. Das ist unsere Chance, den dritten Ort wieder mit analogem Leben zu füllen."

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