Talkrunde zu No-Shows

"Das ist für Service und Küche eine Katastrophe!"

Daniel Simon, Nilofar Eschborn und Christian Steinbach im Gespräch.
Thomas Fedra
Daniel Simon, Nilofar Eschborn und Christian Steinbach im Gespräch.

Im letzten Nachmittagstalk im Café Future live am 12. März diskutierten der Gastronom Christian Steinbach (Achterbahnrestaurant Schwerelos) und Daniel Simon , Deutschland-Chef des Online-Reservierungssystem OpenTable über ein großes Problem der Gastronomie: No-Shows. Durch den Talk führte Nilofar Eschborn vom Fachmagazin foodservice.

Simon gab einen kurzen Einblick in die Zahlen. So habe man in den USA eine No-Show-Rate von 6 Prozent, in Deutschland erfreulicherweise nur 2,4 Prozent. Trotzdem entstünden durch nicht wahrgenommene Reservierungen beträchtliche Einbußen. Dies träfe den Fine-Dinig-Bereich am schwersten, aber auch andere Konzepte litten unter No-Shows.

Auch Christian Steinbach kennt das Phänomen.  "No-Shows sind für Service und Küche eine Katastrophe!", sagte Steinbach. Und das, obwohl seine beiden Erlebnisrestaurants "Achterbahnrestaurant Schwerelos" stark gebucht und nachgefragt sind. Er beziffert die jährlichen Umsatzverluste durch nicht auftauchende Gäste in Hamburg auf 70.000 Euro, in Dresden auf 30.000 Euro. Dabei gebe es verschiedene Hauptgruppen von No-Shows: Falsche Reservierungen von Mitbewerbern; Touristen, die sich spontan umentscheiden; selten Ausfälle durch Krankheit oder Umstände wie Staus. 

Maßnahmen für weniger No-Shows

Vor allem im Dresdner Restaurant handhabt Steinbach das Problem "knallhart". "Wer ohne Bescheid zu sagen mehr als eine Viertelstunde zu spät kommt, dessen Tisch ist weg", sagte er. In Hamburg setze er auf schnelle Nachbesetzung der Tische. Außerdem nehme er bei Gruppen ab acht Personen eine Anzahlung im Vorfeld. Für besondere Plätze im Restaurant gebe es sogar eine Reservierungsgebühr.

Simon erklärt, welche Maßnahmen man seitens OpenTable bereits angestoßen habe und noch plane, um die No-Show-Rate zu senken. So verhindere die Plattform bereits, dass Gäste zeitgleich in mehreren Restaurants reservieren. Außerdem hoffe man, künftig in Deutschland eine wie in den USA übliche No-Show-Gebühr einzuführen. Diese könne man bei einem ausbleibenden Gast etwa über die Kreditkarte abbuchen, wenn diese hinterlegt sei. Dazu brauche man aber eine Gruppe von Gastronomen, die diesen Schritt in Deutschland als Pionier gehen würden. Solche Partner würde man gerne bald gewinnen. "Es geht dabei auch um Wertschätzung für die Gastronomen," sagte Simon.



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