Trouble Shooter

Darf ich als Chef eine Fortbildung anordnen?

Ulf Weigelt ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Autor des Bestsellers "Was Chefs nicht dürfen und was doch".
Ulf Weigelt
Ulf Weigelt ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Autor des Bestsellers "Was Chefs nicht dürfen und was doch".

Die Digitalisierung verändert Arbeitsplätze. Dementsprechend sollten und müssen sich Arbeitnehmer ständig weiterbilden. Aber Vorsicht – ein einfaches Anordnen von solchen Maßnahmen birgt Tücken. Dieser Text erschien zuerst in der Juli/August-Ausgabe der foodservice (E-Paper).

Wer sich nicht weiterbildet, erfüllt vielleicht die nötigen Arbeitsqualifikationen bald nicht mehr. Daher sollte man als Chef eines Betriebes immer ein Auge darauf haben, dass Mitarbeiter eine berufliche Fortbildung absolvieren. Doch das einfach anzuordnen ist nicht ohne Hindernisse.


Das heißt, der Arbeitsvertrag muss konkrete Vereinbarungen enthalten, wozu Mitarbeiter während des Arbeitsverhältnisses verpflichtet sind. Überprüfen Sie als Vorgesetzter also erst Ihre Arbeitsverträge Ihrer Mitarbeiter, ob eine Pflicht zur Fortbildung besteht, die dort auch niedergeschrieben ist. Sollte die Weiterbildung an einem Wochenende stattfinden, müssen Mitarbeiter nicht teilnehmen, wenn ein wichtiger privater Grund dem entgegensteht. Solche Gründe sind beispielsweise Familienfeiern, Urlaube, Umzüge und Ähnliches.



Kluge Arbeitgeber stimmen sich bei beruflichen Pflichtweiterbildungen aber rechtzeitig mit dem Mitarbeiter ab. Schließlich soll die Weiterbildung, die mit arbeitgeberseitigen Kosten verbunden ist, auch für beide Seiten effektiv und nachhaltig sein, denn nur somit wird sichergestellt, dass die arbeitsvertraglich geschuldete Tätigkeit erbracht werden kann.


Dieser Text aus der Reihe "Trouble Shooter" erschien zuerst in der Juli/August-Ausgabe der foodservice (E-Paper). Kein Abo? Hier Probe-Abo bestellen.
Schicken Sie uns Ihre Frage
Sie haben ein Problem, das Sie nicht alleine lösen können? Senden Sie uns Ihre Frage mit dem Stichwort "Trouble Shooter" an foodservice@dfv.de. Wir werden Ihnen gerne helfen.



stats