Trouble Shooter

Pauschalbeträge für Warenentnahmen

Marco Spindler, ETL ADHOGA Verbund aus Arnsberg, spezialisiert auf die Beratung von Hotels und Gaststätten.
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Marco Spindler, ETL ADHOGA Verbund aus Arnsberg, spezialisiert auf die Beratung von Hotels und Gaststätten.

Wer an der Quelle sitzt, ist selten durstig. Und so ist es in Gaststätten, Bäckereien, Fleischereien oder im Lebensmitteleinzelhandel daher durchaus üblich, dass der Inhaber auch Waren für den Privatverbrauch entnimmt. Zur steuerlichen Vereinfachung gibt es hierbei Pauschalbeträge.

Dieser Text erschien zuerst in der Dezemberausgabe der foodservice.

Diese Privatentnahmen dürfen den betrieblichen Gewinn natürlich nicht mindern. Doch jede einzelne Entnahme gesondert mit Datum, Menge und Preis aufzuzeichnen, ist sehr aufwendig und im Arbeitsalltag kaum machbar. Erschwerend kommt hinzu, dass die Betriebsprüfer die Einzelaufzeichnungen ohnehin häufig anzweifeln.

Um Diskussionen bei Betriebsprüfungen vorzubeugen und es Unternehmern leichter zu machen, veröffentlicht das Bundesfinanzministerium für die betroffenen Branchen in jedem Jahr Pauschbeträge. Dabei wird zwischen Entnahmen unterschieden, die mit 7 Prozent beziehungsweise 19 Prozent Umsatzsteuer zu versteuern sind. Die Pauschbeträge sind Jahreswerte. Sie gelten für den Unternehmensinhaber und für jede in seinem Haushalt lebende Person. Dabei ist für Kinder bis zum 12. Lebensjahr nur die Hälfte, für Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren gar nichts anzusetzen.

Beträge 2018 gestiegen

Während die Beträge 2017 um 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken sind, sind sie 2018 wieder um 2,7 Prozent gestiegen. Die Pauschbeträge können jedoch steuerlich nachteilig sein, denn sie sind selbst dann in vollem Umfang anzusetzen, wenn ein Gastronom und seine Familie in der Gaststätte gar kein warmes Mittagessen zu sich nehmen. Es gibt keine Abschläge, auch nicht bei Krankheit, Urlaub oder wegen individueller Ess- und Einkaufsgewohnheiten. Auch private Einkäufe, die getrennt von den betrieblichen Einkäufen getätigt werden, erkennt der Fiskus nur bei lückenloser Aufzeichnung aller Belege an.

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Tipp: Es kann sinnvoll sein, alle Lebensmitteleinkäufe, die für das Unternehmen branchenspezifisch sind, über das Unternehmen zu tätigen. Die Einkäufe sind dann in vollem Umfang Betriebsausgaben und die Vorsteuer kann geltend gemacht werden. Die privaten Warenentnahmen sind umsatzsteuerpflichtig und werden in Höhe der jeweiligen Pauschbeträge dem Gewinn hinzugerechnet.


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