Trouble Shooter

Neue Steuerregelungen für Job-Tickets

Der Tipp kommt von Steuerberater Carsten Seitz, ETL ADHOGA Verbund Wettenberg, spezialisiert auf die Beratung von Hotels und Gaststätten.
ETL ADHOGA
Der Tipp kommt von Steuerberater Carsten Seitz, ETL ADHOGA Verbund Wettenberg, spezialisiert auf die Beratung von Hotels und Gaststätten.

Die täglichen Fahrten zur Arbeit kosten Zeit undGeld. Wer mit Bahn oder Bus zur Arbeit fährt, freut sich, wenn der Chef das finanziell unterstützt.

Dieser Text erschien zunächst in der Januarausgabe der foodservice.

Und so mancher Gastronom spendiert seinen Mitarbeitern sogar ein Job-Ticket. Die gute Nachricht: Seit dem 1. Januar 2019 fallen dafür keine Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge mehr an. 

Voraussetzung ist, dass
  • die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden (Entgeltumwandlungen sind also nicht begünstigt) und
  • Aufwendungen für ein öffentliches Verkehrsmittel im Linienverkehr entstehen, z. B. für Einzelfahrscheine und Umweltkarten in Form von Wochen-, Monats- oder Jahreskarten innerhalb der Verkehrsverbünde (Taxinutzung und Flüge sind nicht begünstigt).
Steuerfrei sind sowohl Fahrscheine, die der Arbeitnehmer erwirbt und deren Kosten der Arbeitgeber erstattet, als auch Job-Tickets, für die der Arbeitgeber einen Vertrag mit dem Beförderungsunternehmen abschließt. Erstattet der Arbeitgeber die Aufwendungen, muss der Arbeitnehmer seine Kosten durch einen Vertrag über seine Umweltkarte, eine Quittung oder die Abbuchung per Kontoauszug nachweisen.

Zuschuss gesondert ausweisen

Der Zuschuss muss im Lohnkonto getrennt aufgezeichnet und auf der Lohnsteuerbescheinigung gesondert ausgewiesen werden. Die Tickets dürfen auch für private Fahrten genutzt werden. Die Steuerbegünstigung gilt allerdings nur für Privatfahrten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Im Fernverkehr sind nur die Fahrscheine für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerfrei. Die steuerfreien Leistungen werden auf die Entfernungspauschale des Arbeitnehmers angerechnet.

Arbeitswege mit Pkw nicht steuerfrei

Gerade in der Gastronomie nutzen allerdings auch viele Arbeitnehmer ihr eigenes Kraftfahrzeug, um den Weg zur Arbeit zurückzulegen. Wenn der Gastronom in diesen Fällen Zuschüsse zu den Arbeitswegen mit dem privaten Pkw des Arbeitnehmers zahlt, so sind diese weiterhin steuerpflichtig. Der Gastronom kann sie jedoch – wie bisher – in Höhe der Entfernungspauschale (0,30 Euro je Entfernungskilometer) pauschal mit 15 % lohnversteuern. Sozialversicherungsbeiträge fallen auch in diesem Fall nicht an. Höhere Zuschüsse sind individuell zu versteuern und entsprechend sozialversicherungspflichtig.

Schicken Sie uns Ihre Frage
Sie haben ein Problem, das Sie nicht alleine lösen können? Senden Sie uns Ihre Frage mit dem Stichwort "Trouble Shooter" an foodservice@dfv.de. Wir werden Ihnen gerne helfen.


stats