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Steuerfalle Mitarbeiter-Parkplatz

Ullrich Leupold, Steuerberater, Niederlassungsleiter der ETL ADHOGA Berlin.
ADHOGA
Ullrich Leupold, Steuerberater, Niederlassungsleiter der ETL ADHOGA Berlin.

Nicht nur Kunden schätzen es, wenn sie direkt vor dem zu besuchenden Unternehmen parken können, sondern auch die eigenen Mitarbeiter. Doch Vorsicht: Im schlimmsten Fall kann das neben Lohnsteuern und Sozialabgaben auch Umsatzsteuer auslösen. Dieser Beitrag erschien zuerst in der Oktoberausgabe der foodservice.

Duldet ein Unternehmer, dass Mitarbeiter die firmeneigenen Parkplätze nutzen, wird grundsätzlich ein überwiegend eigenbetriebliches Interesse unterstellt, so dass prinzipiell kein lohnsteuerpflichtiger Vorteil vorliegt. Sofern die Mitarbeiter aber eine noch so kleine Zuzahlung leisten, drohen bereits Lohnsteuerpflicht und höhere Sozialabgaben und zwar in Höhe der Differenz zwischen Zuzahlung und dem eigentlichen Wert der Parkmöglichkeit.

Auch umsatzsteuerlich ist eine Zuzahlung problematisch. Denn der Unternehmer erbringt dann eine Leistung gegen Entgelt, für die grundsätzlich 19 Prozent Umsatzsteuer abzuführen ist. Auf der anderen Seite kann der Unternehmer die ihm in Rechnung gestellte Umsatzsteuer (beispielsweise aus der Anmietung eines Parkplatzes) als Vorsteuer geltend machen. Einzig wenn der Unternehmer umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer ist, wird die Umsatzsteuer vom Fiskus nicht erhoben.

Sofern er nicht zur Umsatzsteuer optiert, ist er Kleinunternehmer, wenn seine umsatzsteuerpflichtigen Umsätze im vergangenen Jahr 17.500 Euro nicht überstiegen haben und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen werden. Auf der anderen Seite ist dadurch allerdings der Vorsteuerabzug für bezogene Leistungen ausgeschlossen.

Wird die Kleinunternehmergrenze überschritten oder optiert der Unternehmer zur Umsatzsteuer, kann aus der Zuzahlung des Arbeitnehmers aber kein Vorteil erzielt werden. Die Anmietung eines Parkplatzes für 50 Euro zuzüglich 9,50 Euro Umsatzsteuer pro Monat und die Weiterbelastung an den Arbeitnehmer für 20 Euro zuzüglich Umsatzsteuer von 3,80 Euro pro Monat verursacht zwar augenscheinlich einen Umsatzsteuervorteil von 5,70 Euro beim Unternehmer. Umsatzsteuerlich erbringt der Unternehmer aber eine verbilligte Leistung an seine Mitarbeiter.

Die Umsatzsteuer bemisst sich in diesem Fall nicht nach der Zahlung des Arbeitnehmers, sondern nach den Selbstkosten des Arbeitgebers. Auch wenn die Zuzahlung des Arbeitnehmers geringer ausfällt, werden mindestens 9,50 Euro Umsatzsteuer fällig.

Und ohne Zuzahlung des Arbeitnehmers? In diesem Fall ist der Vorgang umsatzsteuerlich komplett unbeachtlich. Daher dürfte dies vermutlich die einfachere Variante sein. Ihre Mitarbeiter wird dies ebenfalls freuen.


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