Trouble Shooter

Steuerfreie Zuschläge richtig abrechnen

StBin Andrea Popiesch, ETL ADHOGA Steuerberatungsgesellschaft, spezialisiert auf Beratung von Hotels und Gaststätten.
A. Keck
StBin Andrea Popiesch, ETL ADHOGA Steuerberatungsgesellschaft, spezialisiert auf Beratung von Hotels und Gaststätten.

In der Gastronomie arbeiten, bedeutet Arbeit zu jeder Tages- oder Nachtzeit sowie an Feiertagen. Zur Motivation können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern (auch Mini-Jobbern) hierfür Zuschläge zum vereinbarten Arbeitslohn zahlen, sofern nicht tarifvertragliche Regelungen ohnehin zur Zahlung von Zuschlägen verpflichten.

Diese sind grundsätzlich in allen Zweigen der Sozialversicherung beitragsfrei, soweit sie im Lohnsteuerrecht von der Besteuerung freigestellt sind. So kann ein steuerfreier Zuschlag für Nachtarbeit in Höhe von 25 % auf den vereinbarten Stundenlohn für jede Stunde gezahlt werden, die Mitarbeiter zwischen 20 Uhr und 6 Uhr leisten. Wurde die Arbeit vor Mitternacht begonnen, kann alternativ für Arbeitszeiten zwischen 0 Uhr und 4 Uhr ein erhöhter Nachtzuschlag von bis zu 40 % steuerfrei gezahlt werden.

Für Sonntagsarbeit können Zuschläge von bis zu 50 % je geleisteter Stunde gewährt werden, für Arbeit an einem gesetzlichen Feiertag von bis zu 125 %. Für Silvester gilt dies jedoch einschränkend erst ab 14 Uhr. Für Heiligabend ab 14 Uhr und die kompletten beiden Weihnachtsfeiertage dürfen steuer- und sv-freie Zuschläge von bis zu 150 % auf den Grundlohn je Stunde gezahlt werden.

Genaue Dokumentation wichtig

Damit es bei einer späteren Betriebsprüfung keine Probleme gibt, sind die Arbeitszeiten genau zu dokumentieren und zu den Lohnunterlagen zu nehmen. Vielfach erfolgt die Lohnabrechnung bereits im laufenden Monat, sodass die Zuschläge unterjährig als pauschale Abschlagszahlungen geleistet werden. Dabei sind die Zahlungen jedoch nur dann steuer- und sv-frei, wenn spätestens mit der letzten Lohnabrechnung im Jahr und vor Erstellung der Lohnsteuerbescheinigung die Spitzabrechnung der geleisteten Abschlagszahlungen mit dem tatsächlichen Anspruch auf Zuschläge erfolgt. Ansonsten handelt es sich um steuer- und sv-pflichtigen Arbeitslohn.

Auch bei Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall oder Urlaub können Zuschläge für Nacht-, Sonn- oder Feiertage anfallen. Denn per Gesetz hat der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt fortzuzahlen, das dem Mitarbeiter bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zusteht. Daher sind regelmäßig gezahlte Zuschläge für Arbeiten während der Nachtstunden sowie an Sonn- und Feiertagen in die Bemessungsgrundlage einzubeziehen.

Hinweis Auch wenn der Arbeitgeber dies bei der Lohnfortzahlung nicht berücksichtigt, entstehen auf nicht- gezahlte Zuschläge im Rahmen eines Phantomlohns SV-Beiträge, die die Deutsche Rentenversicherung mit zusätzlichen Säumniszuschlägen von 1 % pro Monat nachfordern kann.
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