Was sich für Gastronomen 2018 steuerlich ändert

Der Fiskus darf nur begrenzt hinzuschätzen

Thomas Weilbach ist Ansprechpartner der ETL ADHOGA Frankfurt am Main. Mit Leidenschaft unterstützt er Betriebe mit systemischen Ansatz.
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Thomas Weilbach ist Ansprechpartner der ETL ADHOGA Frankfurt am Main. Mit Leidenschaft unterstützt er Betriebe mit systemischen Ansatz.

Die Finanzverwaltung kämpft mit immer härteren Bandagen, wenn es um die Erfassung von Bargeschäften geht und so häufen sich die Fälle bei den Finanzgerichten.

 

In einem Fall, den das Finanzgericht Düsseldorf unlängst zu entscheiden hatte, hatte ein Gastronom dem Betriebsprüfer offensichtlich manipulierte Aufzeichnungen von seinen Bareinnahmen vorgelegt. Der Prüfer entdeckte jedoch im Müll zwei aktuelle Kassenabschlussbelege (Z-Bons) des laufenden Geschäftsjahres und rechnete daraus die Betriebseinnahmen für die vergangenen Jahre hoch.

Die Finanzrichter erklärten diese Hochrechnung zwar für rechtens, da davon auszugehen war, dass auch der Wareneinsatz durch Schwarzeinkäufe nicht vollständig erfasst wurde. Das Finanzgericht deckelte jedoch zu Gunsten des Gastronomiebetriebes den angenommenen Rohgewinnaufschlagsatz von 440 Prozent auf den amtlichen Rohgewinnaufschlagsatz von 400 Prozent.

Die Rohgewinnaufschlagsätze ergeben sich aus statistischen Erhebungen und stellen den Prozentsatz dar, den ein Unternehmer im Durchschnitt auf seinen Wareneinkauf aufschlägt.
Tipp
Seit Beginn des Jahres 2018 können Betriebsprüfer ohne vorherige Ankündigung im Unternehmen eine sogenannte Kassennachschau durchführen. Fragen Sie gezielt Ihren Steuerberater, ob Ihre Aufzeichnungen den strengen Anforderungen der Finanzverwaltung bereits vollumfänglich genügen.
Doch es bleiben Zweifel, ob die Schätzmethode der Betriebsprüfer zulässig war. Die Finanzrichter ließen daher die Revision zum Bundesfinanzhof ausdrücklich zu. Dieser wird nun die Frage zu klären haben, ob die gefundenen Belege, die nicht aus den prüfungsrelevanten Jahren stammten, tatsächlich für eine Schätzung der Betriebseinnahmen herangezogen werden durften.

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