Was ändert sich 2018 für Gastronomen steuerlich?

Einfache Bonleiste oder doch besser eine elektronische Abrechung?

Steuerberater Hagen Lippke von ETL ADHOGA Hamburg.
ETL
Steuerberater Hagen Lippke von ETL ADHOGA Hamburg.

Aus modernen gastronomischen Betrieben ist ein elektronisches Kassenabrechnungssystem mit drahtloser Bestellungsübermittlung per Handheld vom Kellner über den Koch zur Kasse nicht mehr wegzudenken. Die elektronischen Geräte haben einen weiteren wichtigen Vorteil: Sofern die Geräte ordnungsgemäß eingerichtet wurden, erzeugen und archivieren sie elektronisch sämtliche Geschäftsvorfälle für die Buchhaltung und für den Fall, dass sich der Betriebsprüfer ankündigt.

Aber nicht alle gastronomischen Betriebe setzen schon auf elektronische Kassensysteme. Gerade in kleineren Familienbetrieben ist die Bonleiste immer noch sehr verbreitet.


Ob nun ein elektronisches Abrechnungssystem oder eine offene Ladenkasse geführt wird – eines ist klar: Die alles entscheidende Frage für das Abrechnungssystem ist die, ob die Kasse „kassensturzfähig“ ist. Damit ist gemeint, dass alle Einnahmen auch wirklich erfasst und im System archiviert wurden. Der Beamte gleicht dann die Einnahmen mit den analogen oder elektronischen Daten ab. Wenn hier etwas nicht stimmt, hat man im Handumdrehen eine umfassende Betriebsprüfung am Hals.

So auch in einer kleinen Gaststätte, in der der Gastwirt durchweg jeden Tisch selbst abrechnete. Der Gastwirt zeichnete lediglich die einzelnen Umsätze je abgerechneten Tisch auf und erfasste diese täglich in einer Art Kassenbuch, das er aufbewahrte. Die Aufzeichnungen bezogen sich also nicht auf die einzelne Speise oder den einzelnen Gast, sondern immer auf den gesamten Tisch. Der Prüfer sah hierbei die Einzelaufzeichnungspflicht als nicht erfüllt, der Fall ging bis vor den Bundesfinanzhof (BFH). Der jedoch sah die Sache entspannter und vor allem eine Einzelaufzeichnungspflicht als nicht erforderlich an.

Der BFH bestätigte, dass der Gastwirt bei der Gewinnermittlung durch Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben (sog. 4/3-Rechnung) nicht verpflichtet sei, ein Kassenbuch zu führen, dies jedoch andererseits auch nicht hinderlich sei, um seinen Aufzeichnungsverpflichtungen nachzukommen. Da die Organisation des Gastwirtes keine Kellnerzettel vorsah, empfand der BFH diese Form der Aufzeichnung mittels Kassenbuch in seinem Beschluss über die Aussetzung der Vollziehung als ausreichend. Er bezeichnete dies allerdings etwas umständlich als sogenannte „Aufzeichnung von Tagessummen-Belegen mit Einzelaufzeichnung der Erlöse und Summenbildung“. In der Sache wird nun vor dem Finanzgericht weiterverhandelt.



stats