Zürich

11. European Foodservice Summit erneut mit Spitzenbeteiligung

Mehr geht nicht: Im Jahr nach dem 10-Jährigen kamen erneut 260 Spitzenmanager und Unternehmer der internationalen Profi-Gastronomie zum European Foodservice Summit vom 22. bis 24. September nach Zürich - kein freies Plätzchen mehr zu finden im Kongresssaal im Lake Side Casino Zürichhorn, dem traditionellen Schauplatz der Top-Veranstaltung. Vertreten waren 30 Nationen, darunter eine wachsende Zahl von Teilnehmern aus Südosteuropa und dem Mittleren Osten.

Die reizvolle Location am Zürichsee lieferte einmal mehr den perfekten atmosphärischen Rahmen und ein exzellentes Catering für den hochklassigen Branchen-Event, dessen Mix aus Content und Community ein veritables Markenzeichen geworden ist. Dass beides auf Spitzenniveau zu seinem Recht kommt, macht für die zahlreichen ‚Stammgäste’ erklärtermaßen ein besonderes Pro des ‚Think Tank for the Restaurant Industry’aus: Lern- und Netzwerkplattform allererster Güte, und mehr als das - nachgerade ein Familientreffen der internationalen Foodservice-Community.

Die gemeinsamen Veranstalter - FoodService Europe & Middle East, das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) und die Boston University – haben die 11. Ausgabe des European Foodservice Summit, wie stets souverän moderiert von Prof. Christopher Muller, der in diesem Sommer von der University of Central Florida zur Boston University wechselte, unter die Headline Game Changing & Game Changers gestellt. Das internationale Referenten-Aufgebot schlug einmal mehr den Bogen von hochprofilierten Branchen-Playern wie Julian Metcalfe (Pret A Manger) oder Berk Eksioglu (Istanbul Doors Group) bis zu Experten ganz anderer Provenienz – allen voran der großartige Körpersprache-Künstler Samy Molcho. Große Entdeckung des Events war der vietnamesische Unternehmer Ly Qui Trung – Systemgastronomie-Pionier des Landes mit seiner Nudelbar-Kette Pho24.

Zum Einstieg machte sich Trendspezialist Dr. David Bosshart, Chef des Zürcher GDI, sogleich auf die Suche nach ‚Game Changers’ und den Perspektiven des Lebens in einer multipolaren Welt. Eine intellektuelle Tour de Force, die auch Unbequemes zutage brachte: Technology makes Future unpredictable, so eine seiner Thesen. Wer hätte vor zehn Jahren Phänomene wie das iPhone, wie Google Maps und ihre Folgen vorhersehen können? Der wirkliche Wettbewerb, so Bosshart, spielt sich künftig zwischen Mensch und Technologie ab. Wir Menschen – allesamt ‚User’ (Online-Plattformen, Smart Phones etc.) werden immer durchschaubarer, kontrollierbarer. „Big Mother is watching out for us!“ Der Vordenker warnte: There is a limit to growth! In Bezug auf die Kapazität der Erde. In Bezug auf Unternehmen und Organisationen. Zu komplex, zu abstrakt, too big to fail: „They create huge problems they don’t resolve.“ Der Gegenentwurf: „Create small nations, smaller entities!“

Nach den Visionen handfeste Fakten und Analysen: Gretel Weiß, Herausgeberin und Chefredakteurin FoodService Europe & Middle East, mit den Top 111 Restaurantgruppen in Europa und ihren Umsätzen 2009. Ein gemeinschaftliches Plus von 1,7 % (in constant currency) auf knapp 84 Mrd. € , deutlich geringer als im Vorjahr. Als rezessionsresistenter Sektor hat sich das QSR-Segment erwiesen: Klassenbester in Sachen Zuwachs mit 5,5 % plus. Dazu gab’s wie gewohnt ein analytisches Schlaglicht auf wichtige Wachstumspfade und Wachtumschancen für die Foodservice-Branche. Die einschlägigen Stichworte hier: take-away, on-the-go, day part management. Gretel Weiß machte das Auditorium mit der neuen Kategorie informal eating out bekannt – alles zwischen QSR und Fullservice. Mit menu heroes und der Neudefinition gastronomischer Räume als „multiple rooms where private and public melt together“. Wichtigste Botschaft jedoch: „The guest takes driver’s seat!“

Projektionen eine Dekade nach vorn in Sachen Branchenzukunft wagte Christopher Muller. ‚Science versus Romance’, so der Titel der jüngst publizierten GDI-Studie European Food Trends Report – unter Mullers Mitwirkung entstanden. Im Fokus: der Konflikt zwischen Nachhaltigkeit und Convenience, Fast Food und Good Food, Tradition und industrieller Moderne, zwischen industrieller Nahrungsproduktion einerseits und der Sehnsucht nach liebevoll handgefertigtem Essen andererseits. Die Karten müssen im globalen Nahrungsmittel-Poker neu gemischt und verteilt werden, proklamierte Muller. „Im Jahr 2020 wird die Weltbevökerung auf 12 Milliarden gewachsen sein. Who’s going to feed them?“ Slow food sei vor diesem Hintergrund eine Angelegenheit für Reiche, die Aversion gegenüber GMO’s ein Luxus-Standpunkt – ohnehin längst von den Tatsachen überholt. Auch die Gastronomie müsse sich nach ihrer künftigen Rolle im Spiel fragen: „In the past, supermarkets have definitely been better in delivering good taste and good feel food to customers than the restaurant industry!”

Auch Ibrahim Ibrahim von Portland Design (UK) hatte der Branche einiges ins Pflichtenbuch zu schreiben. „We are in the storytelling business“, stellte der Referent gleich eingangs klar. Die Frage, die jeder Gastronom sich stellen muss: „How to develop an emotional relationship with customers?“ Die Marschrichtung skizzierte Ibrahim wie folgt: from transaction to interaction. From monologue to dialogue. From consuming to participation. From branding to bonding. Und mit Blick auf virtuelle Medien: “Think digital – deliver analogue!”

Erstmals dann gehörte die Summit-Bühne einem Unternehmer aus Asien. Ly Qui Trung, Gründer der vietnamesischen Nudelbar-Kette Pho24, begeisterte mit Professionalität und Leidenschaft für seine Sache, mit unverblümter Offenheit, Selbstironie und erfrischendem Humor. 2003 gestartet, zählt seine QSR-Kette heute rd. 80 Outlets in 7 Ländern. „I have a global vision!“, erklärte Trung. Sein Ziel: 150 outlets overseas bis 2015.

Storytelling: Das Stichwort von Ibrahim Ibrahim nahm Dan Holm auf, Spezialist für Social Media Strategien, zuhause in Florida/USA. In Zeiten, wo Facebook bereits 500 Mio. User weltweit zählt und die Gemeinde weiter rasant wächst, führt kein Weg an Social Media vorbei, wenn es um Customer Relationship Management geht. „To communicate with your customer you better use the same tools they use to communicate among themselves!“ Mehr noch: Aus Kunden müssen Fans, Botschafter der Marke werden. Da sind wir beim Thema: Empfehlungsmarketing. How to create customers that create more customers? Holms Empfehlung: Love. Listen. Give. Share.

Interaktion: Erprobtes Spielfeld für Samy Molcho. Der Altmeister der Körpersprache faszinierte mit verblüffenden Einsichten in die weitgehend unbewussten Mechanismen der nonverbalen Kommunikation. Unumstößlicher Ausgangspunkt: “We cannot NOT act or react with the body, we cannot prevent to give body language information!” Am Exempel mehrfach anschaulich gemachtes Learning für das Auditorium: “The way we act, the way we sit, the way we move influences our own state of mind and the one of the others. And thus the relationship between people.” Emotions are much faster than intellect, so Molcho. “And much more powerful.” Sein Fazit: „You don’t move people with money. Only with emotions!” Selten wurde dem Summit-Publikum eine Botschaft so eindringlich und so durchgängig von den Referenten ans Herz gelegt. Mit David Bossharts Worten: „It’s not about the money. It’s about the mood!“

Weitere Programm-Highlights? Jens Moritz, EQT Partners, nahm die Foodservice-Branche aus der Perspektive eines Finanzinvestoren in den Blick und sparte nicht mit Empfehlungen, wie interessierte Unternehmen sich am besten für den Deal präparieren sollten. Jean-Luc Fourrier, Hilton Hotels Middle East, Asia Pacific and Africa, lieferte spannende Einblicke in die differenzierte kulinarische Kultur Asiens und jüngste konzeptionelle Interpretationen innerhalb der Hilton-Welt. Thema von Christoph Bründl, Bründl Sports aus Österreich, war Mood Management – im Retail wie in der Gastronomie zunehmend relevant: Wie man es anstellt, aus Kunden – respektive Gästen - Fans zu machen? Vor allem über motivierte Mitarbeiter – und gelebte Werte. Rex A. Jones machte die Zuhörer mit der Philosophie von Chipotle Mexian Grill vertraut, seit diesem Jahr mit erstem europäischen Outpost in London vertreten. Food with integrity, so die Kernbotschaft von Chipotle. Großes Finale des Kongresses sodann mit dem CEO Panel: neben Ly Qui Trung diskutierten Julian Metcalfe, Berk Eksioglu und Rudi Kull (Brenner, München) über Motivation, Visionen und die Lust am Risiko, über unternehmerische Herausforderungen und die wichtigsten Grundsätze für ‚Game Changer’. Exemplarisch die Antwort von Rudi Kull: „1. Pay your bills! 2. Care for your people!“

Unterstützt durch neun Educational Partner - Barilla FoodService, Duni, Ecolab, Lavazza, Metro, Nestlé Professional, RMS Revenue Management Solutions, Salomon FoodWorld und Winterhalter - lebt der Summit nicht zuletzt durch die Einbindung in ein hochwertiges Hospitality-Programm, angefangen beim Get-together am Vorabend des Events, diesmal in der luxuriösesten Autowaschanlage in town. Legendär dann die von Marché stets großartig becaterte Schifffahrt auf dem Zürichsee zum Ausklang des ersten Kongresstages mit immer neuen Erlebnis-Highlights – spektakulär in diesem Jahr: frischer Seefisch, von Bord aus geangelt und sogleich auf dem Deck geräuchert. Fachlichkeit mit hohen Kontaktwerten kombinieren schließlich die optionalen Restaurant-Studytours am Vortag des Summit.

Wichtiger Hinweis für 2011: Die Veranstalter bieten auch im kommenden Jahr das Seminar ‚Successful Multi-Unit Restaurant Management' an - Lektor ist wieder Prof. Christopher Muller. Das Weiterbildungsseminar für den Management-Nachwuchs in der Systemgastronomie findet vom 16.-18. Mai in Zürich statt.

Und schon jetzt zum Vormerken: Der Termin für den 12. European Foodservice Summit steht bereits fest – vom 19. (Vorprogramm) /20. bis 21. September 2011 in Zürich. Mehr Informationen unter www.efss.ch

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