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Food Trucks in Austin, USA

Amerika hat eine neue Art des Auswärts Essens entdeckt: Food Trailer. Von der Ostküste bis an die Westküste tauchen in den Innenstädten und Außenbezirken großer bis mittelgroßer Städte immer mehr Restaurants auf Rädern auf und verändern so das Stadt- und Straßenbild.

Mit über 1.500 der mobilen Imbisse, die in der Regel ihren festen Standplatz haben, ist Austin (725.000 Einwohner) eines der großen Food Truck Zentren. Unsere Kollegin, Katrin Wißmann, ist zur Zeit vor Ort und hat die lebhafte Szene in 160 Bildern dokumentiert.
Lokales Highlight: das Food Trailer Festival ’Gypsy Picnic’.

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In den 70ern waren es die Drive-Thrus, die das ’Wie’ und ’Wo’ des Essengehens in den USA maßgeblich veränderten. Im Auto sitzenbleiben, eine Bestellung aufgeben und mit dem Burger in der Hand weiterfahren – das war revolutionär! Und jetzt Food Trailer: umfunktionierte Schulbusse, Wohnwagen oder Trucks, so unkompliziert und schnell wie ein Fast Food-Restaurant, in zentralen und abgelegenen Stadtgebieten zu finden und leicht zu erreichen, in punkto Foodqualität aber in vielen Fällen auf Augenhöhe mit Casual Restaurants. Die Speisekarten sind überschaubar. Augenmerk auf wenigen Spezialitäten. Die kulinarische Bandbreite reicht von Mexikanisch, über Thai, Koreanisch, Türkisch, Französisch (z.B. Crepes) hinzu amerikanischen Burgern, Sandwiches, BBQ, Biscuits & Gravy oder verführerischen Cup Cakes. Preislich liegt das Angebot ebenfalls zwischen Fast- und Casual Food. In punkto Getränke ist in vielen Fällen BYOB (Bring Your Own Bottle) angesagt. Der Großteil der Kunden ordert to-go. Die meisten Betreiber haben aber (mehr oder weniger) provisorische Sitzgelegenheiten vor Ihren Trailern installiert.

Ursprünglich waren es die mexikanischen Einwanderer, die ihre Straßenküchenkultur entlang der Roads und Avenues ihrer Wahlheimat in mobilen Gefährten aufleben ließen – und so ihren Landsleuten ein Stück Mexiko City auf Styroportellern servierten. Vor etwa 10 Jahren sprangen dann auch andere auf den Zug – bzw. den Trailer – auf: Gourmet-Trucks eröffneten am Straßenrand auf. Sie werden betrieben von ambitionierten Jungköchen, in der Finanzkrise gestrandeten Restaurateuren, Einwanderern diverser Herkunft und anderen Quereinsteigern, die sich auf die Kunst des Kochens verstehen, ein richtiges Restaurant aber (noch) nicht leisten können. Die Vielfalt und Innovationskraft der angebotenen Küchen kennt seither keine Grenzen.

Mit steigender Food Trailer-Zahl nimmt auch die Anzahl der offiziellen Richtlinien für die mobilen Imbisse zu. Regulären Restaurants ist der plötzlich im Umfeld auftauchende Wettbewerb ein Dorn im Auge. Auf der anderen Seite ergreifen allerdings etablierte Bars gerne die Gelegenheit zur Kooperationen mit nahegelegenen Food Trailern, um ihren Gästen ein kleines aber feines Menü ohne eigenen Küchenaufwand offerieren zu können.

 

Welche Freiheiten die Betreiber der mobilen Food Units haben ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Während diverse Städte in Californien versuchen, die Food Trucks durch zahlreiche Einschränkungen loszuwerden, gehören sie in Austin als Teil des liberalen Lifestyles zum Stadtbild. Höhepunkt und Ausdruck städtischer Wertschätzung der Imbiss-Units auf Rädern ist das seit 2010 stattfindende Food Trailer Festival ’Gypsy Picnic’. Über 40 Trucks versammelten sich 2011 auf einem zentralen Festplatz downtown. Hier wurden auch die besten Trailer der Stadt in verschiedenen Kategorien gekürt.

 

In punkto Werbung bzw. Kommunikation sind die Food Trucks übrigens auch sehr mobil: Neue Menu Items oder Aktionen werden getwittert oder auf Facebook gepostet. Die Vielzahl der Minirestaurants hat zudem eine eigene Website. Wer sich einen ersten Überblick über das Angebot der Trailer in Austin verschaffen will, findet einen kleinen Querschnitt dessen auf folgenden Websites:

 

http://www.foodtrailersaustin.com/

http://austinfoodcarts.com

 

 


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